Komm her du treue Hellebard!

 

Wir sind von guter Schweizerart,
wohlauf zur Welschlandfahrt,
das Horn von Uri gellt!
Komm her du treue Hellebard!
Und bin ich nur ein Hirtenknab,
du bist mein starker Wanderstab,
du bringst mich durch die Welt.
Haarus!

Meinrad Lienert

Harus!

Bild: Film „Helden sterben anders“ Schlacht bei Sempach, DVD in unserem Shop

Neben Vigor Helvetii! gibt es auch den Schlachruf Harus!

Von unseren Urvätern übernommen, erlebt in jüngster Zeit der eidgenössische Schlachtruf eine regelrechte Wiedergeburt. Überall dort, wo sich Heimattreue versammeln, kann man seinen kraftvollen Hall vernehmen. Harus, Harus, Eidgenossen Harus! Doch wie erwähnt; Harus ist keineswegs eine Erfindung der neuen Generation. So ist er beispielsweise Bestandteil vieler alter Volkslieder, von Soldatenliedern oder Gedichten. Doch was bedeutet Harus und insbesondere, wie soll der Begriff sowohl im historischen wie auch im gegenwärtigen Zusammenhang verstanden werden? Wer sich mit dem Begriff auseinandersetzt, findet oft keine oder eine nur wenig aufschlussreiche Antwort. Wir versuchen deshalb an dieser Stelle, die Lücke zu schliessen.

Heraus, Eidgenossen heraus, heraus zum Kampf!

Harus wird allgemein als Schlachtruf der alten Eidgenossen verstanden. Oft wird deshalb dem Begriff unser Stamm vorangestellt, so dass sich die Begriffseinheit Eidgenossen Harus ergibt. In Zeiten, in welchen in ganz Europa – und so auch in der Schweiz – das Bewusstsein zur eigenen Nation erwuchs (18. – 19. Jahrhundert), bedienten sich insbesondere Schweizer Dichter und Schriftsteller dem Ausdruck „Harus“. Meist am Ende eines Gedichtes oder Liedes verwendet, verkörpert Harus hierbei einen finalen Aufruf zur Tat. Diese Bedeutungstheorie stützte auch der Schriftsteller Jakob Schaffner. In einem Gedicht verwendete er ursprünglich Eidgenossen harus!, was er später in einer abgeänderten Version in Heldenvölker heraus! umdeutete. Kennen wir heute den Kampfesruf als Harus, so findet man in älteren Quellen häufig eine zusätzliche Betonung des ersten Vokals, in dem das A doppelt vorkommt. Daraus ergibt sich die Schreibweise Haarus. Interessant ist zudem, dass Harus wohl auch mit der Bezeichnung für eine Kampfschar, Harst, wortverwandt sein dürfte, was die Interpretation des Begriffes als Schlachtruf zusätzlich bestärkt.

 

Wir sind von guter Schweizerart,
wohlauf zur Welschlandfahrt,
das Horn von Uri gellt!
Komm her du treue Hellebard!
Und bin ich nur ein Hirtenknab,
du bist mein starker Wanderstab,
du bringst mich durch die Welt.
Haarus!

Meinrad Lienert

 

Schlaget die Trommel und schwinget die Fahnen!
Holt aus den Gräbern die streitbaren Ahnen.
Richtet die Waffen zum heiligen Krieg.
Wecket den Ruf, der zu lange schon schwieg:
Eidgenossen Harus!

Jackob Schaffner

 

Stillt euer Raunen und lasst nun das Bangen.
Über die Berge kommt Schicksal gegangen.
Rüstet die Waffen zum heiligen Krieg.
Wecket den Ruf, der zu lange schon schwieg:
Heldenvölker heraus!

Jackob Schaffner

 

Soldaten marschieren durch das kleine Land.
Haarus, juch-hei !Mit Sack und Pack und dem
Gewehr in der Hand, und das ist unser Feldgeschrei.
Refr.: Jetzt ghaue-n-oder gstoche ! Mr wänd fry Schwyzer sy !
Mr hend stahlharti Chnoche und schlönd wie d’Leue dri.
Mr hend stahlharti Chnoche und schlönd wie d’Leue dri.
[: Söll eine cho, haarus, mir gheied en zum Ländli us ! :]

1.Strophe des Soldatenliedes Ghaue-n-oder gstoche

 

Alles in allem entwickelte sich Harus zur unverkenntlich schweizerischen Begrifflichkeit, so dass Harus damals von der nationalen Front als offizieller Gruss übernommen wurde. Und auch heute hallt der Ruf der alten Eidgenossen wieder durch alle Ecken und Winkel unseres Landes. Er verkörpert wie kein anderes Wort unseren Willen zur Tat. Harus verkörpert unser Streben, unser Sein. Die Zukunft im Blick, der Vergangenheit bewusst, stehen wir nach wie vor im Widerstand zum herrschenden Unrecht um Neues zu schaffen.

Harus, harus, Eidgenossen harus!

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