Die Schweiz ist eine Firma?

 

Es kursieren immer wieder Videos oder Infos in den Socialmedien mit dem Thema die Schweiz sei nur noch eine Firma. Das ist falsch und Fakenews.

Da die Schweiz als Staat auch kommerzielle Verträge abschliesst bzw. Aufträge vergibt, benötigt sie einen Eintrag im Handelsregister, da der Umsatz CHF 100’000 übersteigt.

Auch muss sie MWSt. abrechnen wie jede andere Firma und braucht darum zur Firmanummer auch eine MWSt. Nummer.

Deshalb verfügen die Eidgenossenschaft sowie die Kantone über eine UID.

De facto und de jure handelt es sich bei der Schweiz um einen souveränen Nationalstaat.

Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist

 

Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat!

Psalm 33,12 (Lutherbibel 2017)

Unter Amerikanischen Patrioten ist der Psalm sehr beliebt; Blessed is the nation whose God is the Lord.

Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist

Können nicht gerade wir Schweizer das mit dem Brustton der Überzeugung sagen? Immerhin beginnt unsere Bundesverfassung mit der Proklamation: “Im Namen Gottes des Allmächtigen”, auf jedem Fünfliber finden sich aussen am Rand die Worte: “Dominus providebit – der Herr wird versorgen”, unsere Nationalhymne ist eine grosse Verherrlichung und Lobpreisung Gottes, so dass man sie zu Recht auch ‘Schweizerpsalm’ (in Anlehnung an die biblischen Psalmen) nennt; und schliesslich ist es nicht irgendein Ornament oder weltliches Symbol, das unsere Nationalfahne ziert, sondern das Kreuz, das Zeichen des christlichen Glaubens par excellence. – Kann ein Volk überhaupt noch christlicher sein? Kann eine Nation noch mehr Zeichen des christlichen Glaubens und der Zugehörigkeit zu Gott aufweisen als wir Schweizer? “Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat.” Doch halt! wird jetzt vielleicht mancher denken. Stimmt das wirklich? Die Symbole und Zeichen sind zwar da, aber sind sie nicht irgendwie Überreste aus einer vergangenen Zeit? Kann man die Schweiz wirklich noch als christliches Land bezeichnen? Weiss sich das Schweizervolk wirklich noch Gott, dem Gott der Bibel zugehörig? Und (und diese Kritik wiegt am schwersten) ist mit den Worten in Psalm 33 überhaupt das Volk der Schweizer gemeint? Können wir, dürfen wir diesen Vers überhaupt auf uns und unsere Nation beziehen? Ich denke, es ist völlig klar, dass der Dichter von Psalm 33 noch nichts von der Schweiz und den Schweizern wusste, sondern dass mit dem Volk, das hier gepriesen wird als Volk Gottes, das der Herr zum Erbe erwählt hat, dass damit das Volk Israel gemeint ist.

Für die anderen Völker stellte sich im Gegenüber zu Israel natürlich dauernd die Frage: Was ist den mit uns? Ist Gott ausschliesslich der Gott Israels oder kann er auch unser Gott sein? Bleiben wir einfach für immer gewissermassen draussen vor der Tür oder können wir auch irgendwie zu Gott gehören? – Wenn man das Alte Testament der Bibel liest, merkt man, wie in dieser Hinsicht ein langsamer Erkenntnisprozess stattfand. Für den Grossteil der Texte ist klar, dass nur Israel Gottes Volk ist und dass sich Gott nur um Israel kümmert, nur Israel liebt. Aber es gibt auch Texte, zum Beispiel bei den Propheten Jesaja oder Hosea (den der Apostel Paulus im Römerbrief zitiert, wir haben es auch in der Lesung gehört), wo die Erkenntnis heranreift, dass Gott letztlich der Gott aller Völker ist und dass alle Menschen in genau gleicher Weise wie die Juden zu diesem Gott gehören dürfen. Vollends ausgebildet ist diese Erkenntnis dann im Neuen Testament, so dass Paulus eben schreiben kann: “Er hat uns berufen, nicht allein aus den Juden, sondern auch aus den Heiden” (womit alle nichtjüdischen Völker gemeint sind). Und Petrus geht sogar so weit, in seinem Brief an nichtjüdische Gläubige die Worte zu richten (wir haben es ebenfalls gehört): “Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde. Einst wart ihr nicht sein Volk, jetzt aber seid ihr Gottes Volk.” Was bewirkte diesen Umschwung? Es war das Kommen von Jesus Christus. Jesus Christus, der Sohn Gottes, wurde ein Mensch, und zwar ein Jude. Er kam zunächst als Messias, als heilbringender Retter für das Gottesvolk Israel. Doch sein Tod am Kreuz und seine Auferstehung galten nicht nur den Juden (die ihn sowieso grösstenteils abgelehnt hatten), sondern ganz bewusst allen Menschen aus allen Völkern. Durch das, was Jesus Christus getan hat, hat jeder Mensch die Möglichkeit, ganz zu Gott zu gehören, ein Teil des auserwählten Gottesvolks zu sein. – Es gibt nur eine Bedingung dafür: Er muss an Jesus Christus als seinen persönlichen Retter glauben und ihm sein Leben anvertrauen. So ist das Volk Gottes, das Volk, das er zum Erbe erwählt hat, im Neuen Testament und seither nicht mehr durch ethnische, volksmässige Kriterien bestimmt, sondern durch das Kriterium des Glaubens. Und darum besteht das Volk Gottes seit Tod und Auferstehung von Jesus Christus nicht mehr nur aus den Juden, sondern aus allen Gläubigen auf der ganzen Welt, aus dem, was wir ‘Kirche’ nennen. Aus diesem Grund ist es auch legitim, dass wir als Teil des neuen Gottesvolkes alle Zusagen und Verheissungen Gottes, die wir im Alten Testament finden und die damals natürlich dem Volk Israel galten, dass wir alle diese Verheissungen nun auch für uns und unser Leben hören dürfen, auch auf uns und auf die christliche Kirche beziehen dürfen. Der Herr ist auch unser Gott. Er will auch uns tragen, versorgen, beschützen, segnen. Und er hat auch uns dazu berufen, ein Segen für alle Menschen zu sein und Zeugnis von Gottes Liebe abzulegen. So dürfen wir durch Jesus Christus auch von der Kirche, von der Gemeinschaft der Gläubigen aus allen Nationen sagen: “Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat.”

Amen!

Auszug aus der Predigt von Pfr. Stefan Lippuner

Schlacht bei Grandson

Schlacht bei Grandson

2. März 1476 (Burgunderkriege Planta, Grandson, Murten, Nancy)

Ausgang: Sieg der Eidgenossenschaft

Das Waadtland gehörte damals zum Herzogtum Savoyen, welches seinerseits zum Machtbereich Karls des Kühnen gehörte. Dieser ist nach der Besetzung der Waadt durch Bern fest entschlossen, die Eidgenossenschaft anzugreifen. Dazu sammelte er im Winter 1476 ein Heer von 20ˈ000 Bogenschützen, Reitern und Infanterie und marschiert damit von Besançon Richtung dem Städtchen Grandson, am südlichen Ufer des Neuenburgersees. Nach erfolgreicher Belagerung lässt er die eidgenössische Besatzung hinrichten, in dem er sie erhängt und im See ertränken lässt. Zwar ist es nach geltendem Kriegsrecht nicht unüblich, dass eine Besatzung hingerichtet wird, die Art der Hinrichtung aber, das Erhängen und Ertränken, ist für Verbrecher und Verräter vorgesehen. Dieses schändliche Verhalten befeuert den Hass der Eidgenossen, die nun auf Rache sinnen. Das eidgenössische Heer mit ca. 18ˈ000 Mann zieht gegen Süden am westlichen Ufer des Neuenburgersees entlang den Burgundern entgegen. Diese marschieren ihrerseits Richtung Norden und es kommt am 2. März 1476 beim nördlichen Waldrand von Concise zu einem Begenungsgefecht zwischen der eidgenössischen Vorhut und der burgundischen Hauptmacht. Karl der Kühne versucht mit Artillerie und Kavallerie die Eidgenossen bergauf anzugreifen, bricht den Angriff wegen starker Gegenwehr aber ab. Er versucht anschliessend die Truppen für einen weiteren Angriff umzugruppieren. Dieses Manöver scheitert an der Disziplin seiner Truppen und es kommt zu Unordnung in seinem Heer. Gleichzeitig greift nun die eidgenössiche Hauptmacht die Burgunder an, worauf ein Teil der Burgunder in der Unordnung die Flucht ergreift und das ganze burgundische Heer mitreisst. Karl der Kühne kann diese Flucht nicht aufhalten und flieht ebenfalls. Anstatt die Burgunder zu verfolgen, plündern die Eidgenossen das burgundische Lager und erbeuten zahlreiche Schätze, sowie Waffen, Munition und Geschütze. Dieser leichte Sieg war noch nicht kriegsentscheidend, bescherte den Eidgenossen jedoch reiche Beute und die Rückeroberung von Grandson.

wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Grandson

But d’excursion le château de Grandson (VD)

Schlacht bei Grandson

Burgunderkriege

 

Schlacht bei Murten

Schlacht bei Murten

22. Juni 1476 (Burgunderkriege Planta, Grandson, Murten, Nancy)

Ausgang: Sieg der Eidgenossenschaft

Patriot.ch: Die Schlacht bei Murten finden wir sehr identitätsstiftend für die Schweiz. Fast noch mehr als Sempach. Bei Murten kämpften auch Berner und Zürcher, nicht nur die Innerschweizer. Zudem war das Murtener Heer etwa acht mal grösser (24’000 Mann).

Rund zwei Jahrhunderte sind seit den ersten Bünden der Eidgenossenschaft vergangen und der Burgunderkönig Karl der Kühne rüstet 1476 zum Krieg gegen die Eidgenossen. Mit den Eidgenossen verbündet sind die oberrheinischen und elsässichen Städte, sowie die Habsburger. Obwohl lange verfeindet, wandten sich die Habsburger den Eidgenossen zu, um dem erstarkenden burgundischen Einfluss am Oberrhein entgegentreten zu können. Die Eidgenossen, insbesondere die Berner, mussten ihrerseits den Rücken frei haben für Eroberungen in Richtung Savoyen. Somit war das Bündnis mit Habsburg eine wichtige Absicherung für die bernische Expansionspolitik. Mit diesem geschichtsträchtigen Bündnis – der «Ewigen Richtung» – endete die zweihundertjährige Feindschaft zwischen Habsburg und den Eidgenossen. Was war nun geschehen? Karl der Kühne, der Herzog von Burgund, war damals der reichste Fürst Europas. Eingekeilt zwischen dem Heiligen Römischen Reich und Frankreich, strebte der ehrgezige Fürst ein Reich von der Nordsee bis zum Mittelmeer an. Diesem Vorhaben standen selbstredend die Interessen vieler Parteien entgegen. Dazu gehörten der französische König, der deutsche Kaiser, die elsässischen und oberrheinischen Städte, später auch die Habsburger und eben auch die Berner und ihre Eidgenossen. Die oberrheinischen Städte, Habsburg und die Eidgenossen schlossen ein Bündnis gegen Burgund, um sich im Kriegsfall gegenseitig militärisch zu unterstützen. Zwei Jahre vor der Schlacht bei Murten, 1474, richteten aufständische Elsässer den burgundischen Vogt hin, woraufhin Karl der Kühne seine Truppen gegen die Aufständischen entsandte. Damit war der Bündnisfall eingetreten und die Eidgenossen erklärten Karl dem Kühnen den Krieg. In der Schlacht bei Hérincourt besiegten das Bündnis aus Städten, Habsburgern und Eidgenossen erstmals die burgundischen Truppen. Ermutigt durch die Schwäche der Burgunder, besetzten die Berner im Jahr darauf waadtländische Städte und eroberten unter anderem Grandson und Murten.

Karl der Kühne war durch diese Niederlage keineswegs entmutigt. Er sammelte innert den nächsten drei Monaten erneut ein Heer, dieses Mal in Lausanne, und marschierte damit gegen Bern. Auf dem Marsch dorthin belagerte er das Städtchen Murten, das von den Berner erfolgreich gehalten werden konnte. Die burgundische Artillerie konnte die Stadtmauer jedoch soweit zerstören, dass ein Sturmangriff am 18. Juni nur mit Müh und Not von den Bernern abgewehrt werden konnte. Die Stadt war nur noch wenige Tage zu halten.

In der Zwischenzeit sammelten die Eidgenossen und ihre Verbündeten bei Ulmiz eine 24ˈ000 Mann starke Streitmacht um Karl von Osten her anzugreifen. Die Vorhut bestand aus Büchsen- und Armbrustsschützen, Langspiessträgern, sowie der Reiterei. Letztere wurde von den habsburgischen und elsässischen Verbündeten gestellt. Die Hauptmacht bestand aus der Infanterie, die aus Langspiessenträgern und Halbartieren zusammengesetzt war. Die vordersten Reihen der Langspiessträger rekrutierten sich aus den erfahrensten und kaltblütigsten Männern. Wegen der Gefährlichkeit ihrer Aufgabe, standen sie bei der Truppe in hohem Ansehen. Um den Angriffen der feindlichen Fernwaffen standhalten zu können, waren sie von Kopf bis Fuss gepanzert. Da ihre Spiesse mit rund fünf Metern den kürzeren Lanzen der feindlichen Reiterei überlegen waren, mussten diese Krieger in erster Linie der Wucht des gegnerischen Reiterangriffs standhalten. Gegen diesen Aufprall wappneten sie sich, in dem die Spiesse am hinteren Ende in den Boden gerammt wurden. In der Mitte des Harstes marschierten die Halbartiere, die mit einer rund zwei Meter langen Hellebarde bewaffent waren. Mit dieser Waffe konnte sowohl gestochen wie gehauen und je nach Ausführung auch gehakt werden. Auf Grund dieser Funktionalität war die Hellebarde seit dem Spätmittelalter die Hauptbewaffnung der eidgenössischen Infanterie. Zudem führten viele Krieger einen Schweizerdolch am Gürtel, der es im Kampfgeschehen auch ermöglichte, den Feind im unmittelbaren Nahkampf niederzumachen. Diese zweischneidigen Kurzwaffe mit ihrem gebauchten Griffstück, finden wir in der Geschichte immer wieder als Erkennungszeichen eidgenössischer Kriegsleute.

Gebet der Eidgenossen vor der Schlacht bei Murten, Gemälde von Auguste Bachelin (1930-1890), 1869, Schweizer Privatbesitz

Der Angriff eines eidgenössischen Heeres war durch ausserordentliche Brutalität und Aggressivität gekennzeichnet. Im Blutrausch wurde niemand mit dem Leben geschont, der sich seinem Angriff entgegenstellte. Das sollten die Burgunder bald erfahren. Der Kern des eidgenössiche Heeres bestand aus kampferprobten Kriegern, die ihr Handwerk bereits in fremden Kriegsdiensten erlernt hatten. Es handelte sich also grösstenteils nicht um Milizen oder gar Hirten, sondern um erfahrene Kämpfer.

Von den 22ˈ000 Burgundern gehörten nur rund 13ˈ000 zur kämpfenden Truppe, wovon der grösste Teil 5700 Bogenschützen stellten, davon wiederum 900 gefürchtete englische Langbogenschützen. Zudem eine kleinere Abteilung Artillerie (den Grossteil davon hatte Karl bei Grandson zurücklassen müssen). Die Infanterie mit ihren Pikenieren stellte 5100 Mann. Die 2100 Mann starke Reiterei war ebenfalls fester Bestandteil des burgundischen Heeres. Somit war die burgundische Streitmacht nur etwas mehr als die Hälfte so gross wie jene der Eidgenossen, befand sich jedoch in einer taktisch günstigeren Verteidigungslage.

Auf Befehl Karl des Kühnen gliederten sich die burgundischen Truppen östlich von Murten wie folgt zur Abwehr: Auf der linken Flanke die Artillerie, angelehnt an ein bewachsenes Tobel (der sg. «Burggraben»); rechts davon hinter einer befestigten Hecke (der sg. «Grünhag») die Hauptmacht mit den Bogenschützen und den Pikenieren; auf der rechten Flanke die Reiterei. Karlˈs Plan bestand darin, die Eidgenossen am Grünhag auflaufen zu lassen und sie anschliessend von links mit der Artillerie zu beschiessen und mit der Kavallerie von rechts flankierend anzugreifen. Vom 18. Juni an liess Karl seine Truppen jeden Tag in Schlachtordnung antreten, da er jederzeit den Angriff der Eidgenossen erwartete. Der strömende Regen und das nicht Eintreffen des Feindes demoralisierte die Burgunder und Karl liess seine Truppen für den 22. Juni nicht mehr antreten. Am frühen Morgen desselben Tages gelangten 2000 Mann aus Zürich unter Hans Waldmann zu den Eidgenossen, sie waren bei Starkregen im Gewaltmarsch drei Tage Richtung Ulmiz marschiert. Die eidgenössischen Verbündeten Bernˈs realisierten erst spät, dass der Angriff der Burgunder nicht Bern galt, sondern der ganzen Eidgenossenschaft. Dementsprechend waren einige Kontingente erst einige Stunden vor der Schlacht eingetroffen.

Gegen Mittag des 22. Juni hatte der Regen aufgehört und die ersten Sonnenstrahlen spiegelten sich an den Waffen und Rüstungen der Kriegerschar. Der 22. Juni ist der Tag der zehntausend Ritter und der Thebäischen Legion, die von den Eidgenossen als Nationalheilige verehrt wurden. Vor den Augen des Feindes wurde nun kniend um den Beistand des Herrn und der Heiligen gebeten. Mit dem Vertrauen in die Allmacht Gottes marschierte daraufhin die ersten Abteilungen in Richtung der Burgunder. Der Grünhag war an diesem Tag nur mit rund 2000 Burgundern besetzt. Als ein Bote das Herannahen des Feindes meldete, blieb Karl der Kühne stur bei seinem Entschluss, die Truppen nicht in Schlachtordnung antreten zu lassen. Ein folgenschwerer Fehler. Die Vorhut der Eidgenossen erreichte daraufhin den Grünhag, traf aber auf erbitterten Widerstand der Burgunder. Durch den kühnen Vorstoss einiger Krieger über den Burggraben, konnte die burgundische Artillerie in der Flanke gefasst werden. Zur selben Zeit durchbrach auch die eidgenössische Hauptmacht den Grünhag und stiess in Richtung Hauptquartiert der Burgunder vor, welches zwei Kilometer westlich auf der Anhöhe «Bois de Domingue» lag. Die alarmierten burgundischen Truppen wurden nun von ihren Offizieren in den Kampf geworfen, jedoch kam diese Massnahme bereits zu spät. In einer Zangenbewegung schnitt die Reiterei der Habsburger und Elsässer den Burgundern den Fluchtweg südwestlich vor Murten ab, Karl und einige Ritter konnte jedoch rechtzeitig fliehen. Seine eingekesselten Truppen wurden von den Eidgenossen gnadenlos niedergemacht. Ein zweites Mal sollten die Burgunder nicht mehr entkommen. Es darf auf Grund der Opferzahlen bezweifelt werden, dass es noch zu einem geordneten Kampf kam, da in dieser Schlacht 10ˈ000 bis 12ˈ000 Burgunder den Tod fanden, wohingegen die Verluste der Eidgenossen bei ca. 400 Mann lagen. Die meisten davon werden am Grünhag gefallen sein. Im darauf folgenden Jahr, 1477, vernichteten die Eidgenossen und ihre Verbündeten die Burgunder bei Nancy endgültig, wobei auch Karl der Kühne den Tod fand. Nach seinem Tod und dem Zerfall seines Reiches, führte der Streit um die burgundischen Ländereien zum Erbfolgekrieg zwischen dem französischen König und Habsburg, der bis 1493 andauerte.

Die Siege in den Burgunderkriegen wiederhallten in ganz Europa und erhöhten das bereits vorhande Prestige der eidgenössischen Krieger in Europa. Obschon in früherer Zeit Schweizer Krieger im Sold von europäischen Herrschern gestanden hatten, war nach den Burgunderkriegen ihre Tapferkeit und Kampfkraft umso mehr gefragt. Diese Tradition sollte rund fünfhundert Jahre bestand haben, bis sie vom schweizerischen Bundesstaat aus ideologisch motivierten Gründen verboten wurde.

Als territoriale Folge dehnte sich der eidgenössiche Einflussbereich nach Westen aus. Die Städte Solothurn und Freiburg wurden in den Bund der Eidgenossenschaft aufgenommen und das Waadtland kam rund siebzig Jahre später endgültig unter bernische Kontrolle.

wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Murten

TV-Spot 1476 (Langversion)

1476 – Schlachtrede von Bundesrat Ueli Maurer

Schlacht bei Murten

Burgunderkriege

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