Alles fahrt Schi

 

 

Alles fahrt Schi

1.
’s Grittli mit Keilhose, satte, puderet, g’schminkt, parfümiert,
stoht wie ne Kueh uff de Latte, z’mitts uff dr Piste und friert.
D’Hänsche hett ’s Grittli verlore, iskalt sind d’Finger vom
Schnee; ‘s jommeret halber verfrore: «Wie schön wär’s bim
Feif-o-Glogg-Tee!»

Refr.: Alles fahrt Schi, alles fahrt Schi, Schi fahrt die ganzi Nation.
Alles fahrt Schi, alles fahrt Schi, d’Mamme, dr Bappe, dr Sohn.
Es git halt nüt Schöners, juhe, juhe, als Sunneschy, Bärge und Schnee.

2.
D’Schilehrer flott demonstriere, Slalom und Sprunglauf im
Schuss. Gli wills dr Meier probiere, fliegt wiene Mählsagg
uff d’Nuss. Springe uff d’Syte macht Freude; stolz seit dr
Lehrer «’s isch guet!» Druff meint der Meier bescheide:
«Der Sytesprung liegt mir im Bluet!»

Refr.: Alles fahrt Schi, alles fahrt Schi, Schi fahrt die ganzi Nation.
Alles fahrt Schi, alles fahrt Schi, d’Mamme, dr Bappe, dr Sohn.
Es git halt nüt Schöners, juhe, juhe, als Sunneschy, Bärge und Schnee.

3.
D’Sässelilift bringe d’Pärli uffe ins Bärgrestaurant, dört sitzt dr Köbi
und ’s Clärli, fröhlig im Liegstuel binand. ’s Clärli tuet salbe und
schmiere, ’s liegt an der Sunne ganz schlapp; schüch seit’s mit
zündroter Bire: «Ich fahr mit em Bähnli durab!»

Refr.: Alles fahrt Schi, alles fahrt Schi, Schi fahrt die ganzi Nation.
Alles fahrt Schi, alles fahrt Schi, d’Mamme, dr Bappe, dr Sohn.
Es git halt nüt Schöners, juhe, juhe, als Sunneschy, Bärge und Schnee.

4.
Zobe bim Tanz seit der Dölfi: «Samba git Vorlag in d’Bei!» ’s Miggi
macht mit bis am zwölfi, ’s gfallt em, ’s möcht gar nümme hei.
Schnäll nimmt’s en Schluck vo sym Schnäpsli, git dänn im Dölfi
der Räscht. Plötzlig seit es zu sym Schätzli:
«Ich blib morn der ganz Tag im Näscht!»

Refr.: Alles fahrt Schi, alles fahrt Schi, Schi fahrt die ganzi Nation.
Alles fahrt Schi, alles fahrt Schi, d’Mamme, dr Bappe, dr Sohn.
Es git halt nüt Schöners, juhe, juhe, als Sunneschy, Bärge und Schnee.

 

Auf der Gitarre begleiten
Refrain: C F G7 C (3 x)
Strophen: C F C C F C G

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 70, Seite 31, Buch 53

Üsi Territoriale

Üsi Territoriale

1.
D’Schwyz brucht üsi starki Hand, ganz Europa isch in
Brand. Ernst, verbisse sind mir cho, Tüfel, Donner, mir sind do.
Refr.: Üsi Territoriale schützed d’Heimat, schützed d’Fahne.
Wie vor feufezwänzg Jahre sind mir hüt au wieder da. Salü ! Salü !
Gib mir d’Hand, Kamerad, gib mir d’Hand ! Salü ! Salü ! für üses
Vaterland.

2.
D’Zyte, die sind schwer und grau, mänge dänkt as Heim
und Frau. Doch mir b’haltet de Humor, singed alli jetzt im
Chor. Refr.: Üsi Territoriale schützed d’Heimat, schützed d’Fahne.
Wie vor feufezwänzg Jahre sind mir hüt au wieder da. Salü ! Salü !
Gib mir d’Hand, Kamerad, gib mir d’Hand ! Salü ! Salü ! für üses
Vaterland.

3.
Sötti d’Wält in Fätze go, üsi Schwyz, die blibt bestoh !
Denn mir halted tapfer Wacht, sind parat by Tag und Nacht !
Refr.: Üsi Territoriale schützed d’Heimat, schützed d’Fahne.
Wie vor feufezwänzg Jahre sind mir hüt au wieder da. Salü ! Salü !
Gib mir d’Hand, Kamerad, gib mir d’Hand ! Salü ! Salü ! für üses
Vaterland.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 69, Seite 31, Buch 53

Ich hatt’ einen Kameraden

 

 

Ich hatt’ einen Kameraden

1.
Ich hatt’ einen Kameraden, einen bessern findst du nit.
Die Trommel schlug zum Streite, er ging an meiner Seite
im gleichen Schritt und Tritt.

2.
Eine Kugel kam geflogen; gilt sie mir, oder gilt sie dir?
Ihn hat es weggerissen, er liegt vor meinen Füssen,
als wär’s ein Stück von mir.

3.
Will mir die Hand noch reichen, derweil ich eben lad’.
Kann dir die Hand nicht geben, bleib du im ew’gen Leben
mein guter Kamerad!

 

Auch bekannt als „Der gute Kamerad

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 68, Seite 30, Buch 53

Sappeur- (Pontonier-) Lied

 

Sappeur- (Pontonier-) Lied

1.
Des Morgens um halb sechse stehn wir auf – und
steigen aufs – Gerüst hinauf. Refr.: Darum aufgeschaut,
fest Gerüst gebaut und auf seinen Kamerad vertraut (Holz
her).

2.
Fällt einer vom Gerüst herab, so findet er – sein kühles
Grab. Refr.: Darum aufgeschaut, fest Gerüst gebaut und
auf seinen Kamerad vertraut (Holz her).

3.
Sechs Zimmerleute tragen ihn zur Ruh und decken ihn
– mit Erde zu. Refr.: Darum aufgeschaut, fest Gerüst
gebaut und auf seinen Kamerad vertraut (Holz her).

4.
Sechs Kinder laufen hinterm Sarge her. Sie haben kei-
nen Vater mehr. Refr.: Darum aufgeschaut, fest Gerüst
gebaut und auf seinen Kamerad vertraut (Holz her).

5.
Ich bin ja nur ein armer Zimmermann, versauf mein Geld,
so gut ich kann. Refr.: Darum aufgeschaut, fest Gerüst
gebaut und auf seinen Kamerad vertraut (Holz her).

 

Auch bekannt unter „Frühmorgens um halb sechse“ oder „Zimmermannsklatsch

Das Lied ist ein Zunftbrauch, insbesondere der Zimmerleute, bei dem zwei oder in einer Reihe mehrere Gesellen sitzend oder stehend mit Unterstützung von Gesang im Takt und genau in vorgegebener Reihenfolge auf die Oberschenkel, Hüften und gegeneinander in die Hände klatschen. Geklatscht wird auch in schwierigen Formationen, wie im Dreier-, Vierer-, Siebenerklatsch sitzend oder stehend oder im Viererklatsch zwei Gesellen sitzend und zwei stehend.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 67, Seite 30, Buch 53

Hü o hü, alter Schimmel, hü o ho

 

Hü o hü, alter Schimmel, hü o ho

1.
Hü o hü, alter Schimmel, hü o ho, unser Weg ist derselbe
sowieso, du und ich und überall sucht sich jeder seinen Stall,
hü o hü, alter Schimmel, hü o ho. Hü o hü, alter Schimmel,
hü o ho, gehts bergab, sind wir alle beide froh, aber geht es
dann bergauf, hört die gute Laune auf, hü o hü, alter Schimmel,
hü o ho.

2.
Wenn wir junge Mädchen sehen, wenn ein schönes Auge
blitzt, bleiben wir ein bisschen stehen, doch wir wissen, dass uns
das nichts nützt, hü o ho … Unser Weg ist der gleiche sowieso,
du und ich und überall sehnt sich jeder nach dem Stall, hü o hü,
alter Schimmel, hü o ho.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 66, Seite 30, Buch 53

Soldate müend doch Schätzeli ha

 

 

Soldate müend doch Schätzeli ha

1.
En Soldat von euse Kompagnie hät bigoscht – nu kei
Schatz, aber wenn dänn Kompagnie marschiert – singt er mit
– ungeniert: Refr.: Soldate müend doch Schätzli ha! Holderiaho,
holderiaho, suscht lohnt sich’s nüd in Urlaub z’gah! Holderiaho,
o ho, o ho, o ho, o ho, git’s Urlaub sind all froh – Soldate
müend doch Schätzeli ha, holderiaho, hurra!

2.
Eusem Dienstbuch fehlt en Paragraph, grad de bescht –
ja bigoscht! Und de Paragraph, de heissti so, glaub mir nu, er
chunnt no: Refr.: Soldate müend doch Schätzli ha! Holderiaho,
holderiaho, suscht lohnt sich’s nüd in Urlaub z’gah! Holderiaho,
o ho, o ho, o ho, o ho, git’s Urlaub sind all froh – Soldate
müend doch Schätzeli ha, holderiaho, hurra!

3.
Was wohl machet d’Meitschi, wenn im Land s’Militär
nüme wär? Denn das stoht bi alle bombefescht: En Soldat isch
de Bescht! Refr.: Soldate müend doch Schätzli ha! Holderiaho,
holderiaho, suscht lohnt sich’s nüd in Urlaub z’gah! Holderiaho,
o ho, o ho, o ho, o ho, git’s Urlaub sind all froh – Soldate
müend doch Schätzeli ha, holderiaho, hurra!

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 65, Seite 29, Buch 53

Kein schöner Land in dieser Zeit

 

Kein schöner Land in dieser Zeit

1.
Kein schöner Land in dieser Zeit,
als hier das unsre weit und breit,
wo wir uns finden
wohl unter Linden
zur Abendzeit, Abendzeit.

2.
Da haben wir so manche Stund’
gesessen wohl in froher Rund’
und taten singen;
die Lieder klingen
im Eichengrund.

3.
Dass wir uns hier in diesem Tal
noch treffen so viel hundertmal,
Gott mag es schenken,
Gott mag es lenken,
er hat die Gnad’.

4.
Nun, Brüder, eine gute Nacht,
der Herr im hohen Himmel wacht!
In seiner Güten
uns zu behüten
ist er bedacht.

5.
Ihr Brüder wisst, was uns vereint,
eine andre Sonne hell uns scheint;
in ihr wir leben,
zu ihr wir streben
als die Gemeind’.

 

Und wir müssen auf der Strass’ marschieren

 

 

Und wir müssen auf der Strass’ marschieren

1.
Und wir müssen auf der Strass marschieren,
können nicht aus Reih und Gliede gehen:
Heute leben wir noch miteinander,
morgen ist es wohl um uns geschehn.

2.
Und wir haben doch in unseren Herzen
all die Freuden, die das Leben gibt:
Wein und Lieder, Sonne und die Sterne
und ein Mägdlein, das uns herzlich liebt.

3.
Können wir uns nicht vom Hasse trennen
und ein Mensch zum andern Menschen sein?
Ach, so viele sind auf dieser Erde
von dem Anfang bis zum End allein.

4.
Lasst uns weiter auf der Strass marschieren,
immer weiter bis zur Dunkelheit…
bis dass wir und alle miteinander
an uns fallen in der Müdigkeit.

 

Ein Soldatenlied, getextet und komponiert von Hans Roelli (1889-1962).

 

Im 2. Weltkrieg war Roelli rund 300 Mal zu Konzerten bei der Schweizer Armee im Aktivdienst. Er schrieb diverse Soldatenlieder, von denen sich dieses auch ausserhalb der Armee grosser Beliebtheit erfreute. Auf dem Album „Hüttenlieder – gesungen von der Jungen Kirche Zollikerberg“ macht es den Anfang.

 

Gitarre, Gesang: Jean-Marc Monhart, aufgenommen am 20. 10.2011

 

Auf der offiziellen Hans & Margit Roelli Stiftung Webseite heisst das Lied Marsch auf der öden Strasse und die 4. Strophe fehlt, warum auch immer.

It’s a long way uf d`s Guggershörnli!

It’s a long way uf d`s Guggershörnli!

1.
Wenn eine z’Bärn im Houptbahnhof es Retourbillet chouft
u de no mit de blutte Füess uf Schwarzeburg ufe louft.
De hett er geng no wyt uf ds Guggershörnli, it’s a long way to go,
de hett er geng no wyt uf ds Guggershörnli, hätt das Chalb doch ds Bähnli gno.
Fare well, o Niederscherli, good by Schwarzwasserbrügg.
De hett er geng no wyt uf ds Guggershörnli, grad glich wyt, wie zrügg.

2.
U we n’er de im Schwarzeburg im Stedtli ume gheit,
Konserve frisst, e Ploder suuft u d’Gletscherbrülle verheit.
De hett er geng no wyt uf ds Guggershörnli,
it’s a long way to go, de hett er geng no wyt uf ds Guggershörnli,
hett das Chalb kei Ploder gno!
Fare well, o Fleischkonserve, good bye du guete Wy.
O wär er gschyder doch – deheime bliebe, hätt er’s gschyder la si.

3.
Am Fuess vom Guggershörnli schnallt er ds Gletscherseili a,
er spöit i d’Händ u chratzt am Grind u macht si öppe dra.
De hett er geng no wyt, uf ds Guggershörnli,
i’ts a long way to go, de hett er geng no wyt, uf ds Guggershörnli,
fünfzäh Meter fähle no.
Fare well, o Gletscherseili, good bye, du herte Schtei.
I’ts a long way uf ds Guggershörnli, it’s a long way für hei.

 

Schweizerdeutsch: S isch e länge Wäg uf ds Guggershörnli

Achtung Verwechslungsgefahr, hat nichts zu tun mit dem Lied
Guggisberg-Lied (s’Vreneli ab em Guggisberg)

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 64, Seite 29, Buch 53

Du bist mein Kamerad

Du bist mein Kamerad

1.
Einst kannten wir uns nicht, Kameraden rechts und links.
Und taten unsre Pflicht, Kameraden rechts und links.
Und bei der Pflicht fürs Vaterland,
das Herze sich zum Herzen fand,
Kameraden rechts und links.

Refr.: Ein Jahr, ein Jahr ist wiederum vorüber,
und wenn wir oft auch Leid erfahren,
manche Stunden glücklich waren,
lasst uns singen, Brüder,
du bist mein Kamerad, du bist mein Kamerad.

2.
Ob arm du oder reich, Kameraden rechts und links,
hier sind wir alle gleich, Kameraden rechts und links.
Dein Stand dich nicht verleite,
es gehn an deiner Seite
Kameraden rechts und links.

Refr.: Ein Jahr, ein Jahr ist wiederum vorüber,
und wenn wir oft auch Leid erfahren,
manche Stunden glücklich waren,
lasst uns singen, Brüder,
du bist mein Kamerad, du bist mein Kamerad.

3.
Und hast du einen Schmerz, Kameraden rechts und links,
dann öffne uns dein Herz, Kameraden rechts und links.
Kopf hoch! Und nicht verzagen,
wir helfen dir ihn tragen,
Kameraden rechts und links.

Refr.: Ein Jahr, ein Jahr ist wiederum vorüber,
und wenn wir oft auch Leid erfahren,
manche Stunden glücklich waren,
lasst uns singen, Brüder,
du bist mein Kamerad, du bist mein Kamerad.

4.
Wenn wir im Felde stehn, Kameraden rechts und links,
dann kann und nichts geschehen, Kameraden rechts und links.
In Kampf und in Gefahren wird Freundschaft uns bewahren,
Kameraden rechts und links.

Refr.: Ein Jahr, ein Jahr ist wiederum vorüber,
und wenn wir oft auch Leid erfahren,
manche Stunden glücklich waren,
lasst uns singen, Brüder,
du bist mein Kamerad, du bist mein Kamerad.

5.
Und wir einst Friede sein, Kameraden rechts und links,
dann kehrt ein jeder heim, Kameraden rechts und links.
Und denkt an allen Tagen an seine Kameraden,
Kameraden rechts und links.

Refr.: Ein Jahr, ein Jahr ist wiederum vorüber,
und wenn wir oft auch Leid erfahren,
manche Stunden glücklich waren,
lasst uns singen, Brüder,
du bist mein Kamerad, du bist mein Kamerad.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 63, Seite 28, Buch 53

Die blauen Dragoner

 

 

Die blauen Dragoner

1.
Die blauen Dragoner, sie reiten mit klingendem Spiel durch das Tor.
Fanfaren sie begleiten hell zu den Dünen empor.

Refr.: Weit ist der Weg zurück ins Heimatland, so weit, so weit.
Dort, wo die Sonne hinterm Waldesrand, liegt die neue Zeit.
Jeder brave Füsilier sehnt heimlich sich nach ihr.

2.
Die wiehernden Rosse, sie traben, die Birken, die neigen im Wind.
Die Fähnlein auf den Lanzen flattern im Morgenwind.

Refr.: Weit ist der Weg zurück ins Heimatland, so weit, so weit.
Dort, wo die Sonne hinterm Waldesrand, liegt die neue Zeit.
Jeder brave Füsilier sehnt heimlich sich nach ihr.

3.
Morgen, da müssen sie reiten, mein Liebster wird bei ihnen sein.
Morgen in alle Weiten, morgen, da bin ich allein.

Refr.: Weit ist der Weg zurück ins Heimatland, so weit, so weit.
Dort, wo die Sonne hinterm Waldesrand, liegt die neue Zeit.
Jeder brave Füsilier sehnt heimlich sich nach ihr.

4.
Morgen, da müssen sie reiten, mein Liebster wird bei ihnen sein.
Morgen in alle Weiten, morgen, da bin ich allein.

Refr.: Weit ist der Weg zurück ins Heimatland, so weit, so weit.
Dort, wo die Sonne hinterm Waldesrand, liegt die neue Zeit.
Jeder brave Füsilier sehnt heimlich sich nach ihr.

 

Die 4. Strophe ist wie die erste.

 

Die blauen Dragoner ist ein deutsches Volks- und Soldatenlied, welches zu Beginn des Ersten Weltkrieges entstand. Den Text verfasste G.W. Harmssen 1914, die Musik stammt von Hans Hertel 1929.

 

Als Dragoner bezeichnete man ursprünglich berittene Infanterie, die ihre Pferde primär zum Transport, nicht aber für den Kampf verwendete. Im Laufe der Zeit entwickelten sie sich fast überall zur Schlachtenkavallerie. In einigen Streitkräften führen manche Regimenter den Namen aus Traditionsgründen noch heute im Verbandsnamen.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 61, Seite 27, Buch 53

Funkerlied

 

Funkerlied

1.
Alle aufgepasst!
Alle Tritt gefasst!
Wir marschieren in Reih und Glied.
Alle aufgepasst!
Alle Tritt gefasst!
Denn wir singen das Funkerlied.
Von der Funkerei,
und der Liebe nebenbei,
singt alle fröhlich mit,
singt, Kameraden, mit:

Refr.:
In dem Städtchen
wohnt ein Mädchen
und das lieben wir so sehr,
denn es hat zwei blaue Augen,
blonde Haare,
neunzehn Jahre,
ei, was wollen wir noch mehr,
wir Funkersoldaten.
Denn wir sind ja von der … Kompanie,
und wir geben stets: Ich liebe, liebe Sie!
Und alle Mädchen singen mit.
Di-do-di-di, di-do-di-di.
es lebe uns’re Hammerkompagnie.

2.
Kommt der Sonntag dann,
geht es mit Hurra
in das Städtelein hinein.
Jeder zeiget dann,
dass er tanzen kann
mit dem schönsten Mägdelein.
Wenn die Geige singt
und ein Walzerlied erklingt,
singt alle fröhlich mit,
singt, Kameraden mit:

Refr.:
In dem Städtchen
wohnt ein Mädchen
und das lieben wir so sehr,
denn es hat zwei blaue Augen,
blonde Haare,
neunzehn Jahre,
ei, was wollen wir noch mehr,
wir Funkersoldaten.
Denn wir sind ja von der … Kompanie,
und wir geben stets: Ich liebe, liebe Sie!
Und alle Mädchen singen mit.
Di-do-di-di, di-do-di-di.
es lebe uns’re Hammerkompagnie.

3.
Ist der Dienst auch schwer,
drückt das MG sehr,
wir verzagen dennoch nicht,
ob auch schmerzt die Hand,
ob auch knirscht der Sand,
der Schweiss tritt ins Gesicht.
Dann ertönt ein Lied,
wie von selbst aus Reih und Glied,
singt alle fröhlich mit,
singt Kameraden, mit:

Refr.:
In dem Städtchen
wohnt ein Mädchen
und das lieben wir so sehr,
denn es hat zwei blaue Augen,
blonde Haare,
neunzehn Jahre,
ei, was wollen wir noch mehr,
wir Funkersoldaten.
Denn wir sind ja von der … Kompanie,
und wir geben stets: Ich liebe, liebe Sie!
Und alle Mädchen singen mit.
Di-do-di-di, di-do-di-di.
es lebe uns’re Hammerkompagnie.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 60, Seite 27, Buch 53

Marsch in der Nacht

 

 

Marsch in der Nacht

1.
Die Nacht ist ohne Ende, der Himmel ohne Stern, die
Strasse ohne Wende und was wir lieben fern. Ah, ah, ah

2.
Gebeugte Rücken tragen die harte, schwere Last, und müde
Schritte fragen, wann endlich kommt die Rast. Ah, ah, ah

3.
Wann scheint die Sonne wieder, wann wird es hell und
licht, wann fällt der Kummer nieder, wann drückt die
Not uns nicht? Ah, ah, ah

4.
Geduld, es wird sich wenden, verlasst euch fest darauf, in
Gottes weisen Händen liegt aller Weltenlauf. Ah, ah, ah

 

Auch bekannt unter „Die Nacht ist ohne Ende“

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 59, Seite 26, Buch 53

Das Leben ist ein Würfelspiel

 

Das Leben ist ein Würfelspiel

1.
Das Leben ist auch ein Würfelspiel,
wir würfeln alle Tage.
Dem einen bringt das Schicksal viel,
dem and’ren Müh’ und Plage.

Refr.:
Drum frisch auf, Kameraden,
den Becher zur Hand!
Zwei Sechser auf den Tisch!
Der eine ist fürs Vaterland,
der andere ist für mich.

2.
Wir würfeln, dass die Platte kracht,
nach alter Landsknecht Sitte.
Schon mancher, der das Spiel verlacht,
verschwand aus unsrer Mitte.

Refr.:
Drum frisch auf, Kameraden,
den Becher zur Hand!
Zwei Sechser auf den Tisch!
Der eine ist fürs Vaterland,
der andere ist für mich.

3.
Noch würfeln wir um unser Glück
und um ein gut Gelingen.
Vielleicht auch bald um das Genick,
wenn die Granaten singen.

Refr.:
Drum frisch auf, Kameraden,
den Becher zur Hand!
Zwei Sechser auf den Tisch!
Der eine ist fürs Vaterland,
der andere ist für mich.

4.
Doch Furcht, die ist uns unbekannt,
wie auch die Würfel liegen.
Wir kämpfen für das Vaterland
und glauben, dass wir siegen.

Refr.:
Drum frisch auf, Kameraden,
den Becher zur Hand!
Zwei Sechser auf den Tisch!
Der eine ist fürs Vaterland,
der andere ist für mich.

5.
Und auch im Himmel wollen wir
den Würfelbecher schwingen.
Und noch im himmlischen Revier
Soldatenlieder singen !

Refr.:
Drum frisch auf, Kameraden,
den Becher zur Hand!
Zwei Sechser auf den Tisch!
Der eine ist fürs Vaterland,
der andere ist für mich.

 

1935

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 58, Strophen 1-2 & 5, Seite 26, Buch 53

Marijanca

Marijanca

1.
Ein Schiff fuhr ein in den Hafen von St.Pauli, am Ufer
stand ein schwarzbraun Mägdelein. Refr.: Marijanca, komm,
lass dich küssen, denn du musst wissen (mein Schatz), dass ich
dich von Herzen liebe; wie die Sterne, in weiter Ferne,
strahlendes Glück für uns zwei, Marijanca, bald wirst du
mein.

2.
Ich stand an Bord und träumte mit den Wellen, von
einem Mädchen, das Marijanca heisst. Refr.: Marijanca, komm,
lass dich küssen, denn du musst wissen (mein Schatz), dass ich
dich von Herzen liebe; wie die Sterne, in weiter Ferne,
strahlendes Glück für uns zwei, Marijanca, bald wirst du
mein.

3.
In keiner Stadt und auch in keinem Hafen findest du
ein Mädchen, das Marijanca heisst. Refr.: Marijanca, komm,
lass dich küssen, denn du musst wissen (mein Schatz), dass ich
dich von Herzen liebe; wie die Sterne, in weiter Ferne,
strahlendes Glück für uns zwei, Marijanca, bald wirst du
mein.

4.
Deine Lippen sind so entzückend, wer sie nur einmal geküsst,
der weiss auch, was Liebe ist. Refr.: Marijanca, komm,
lass dich küssen, denn du musst wissen (mein Schatz), dass ich
dich von Herzen liebe; wie die Sterne, in weiter Ferne,
strahlendes Glück für uns zwei, Marijanca, bald wirst du
mein.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 55, Seite 25, Buch 53

 

Alle Rosen, sie blühen am Wege so rot

Alle Rosen, sie blühen am Wege so rot

1.
Dass ihr’s hört, so ist die Kompanie, sie geht vor, doch zurück geht sie nie.

Refr.:
Alle Rosen, sie blühen am Wege rot, wir marschieren, marschieren vorbei.
Vielleicht sind wir morgen schon bleich und tot, du und ich und die ganze Reih’.

2.
Trummler trummle, halte uns im Schritt, jeder Mann, jeder Fuss geht mit.

Refr.:
Alle Rosen, sie blühen am Wege rot, wir marschieren, marschieren vorbei.
Vielleicht sind wir morgen schon bleich und tot, du und ich und die ganze Reih’.

3.
Hauptmann, reit auf deinem Schimmel zu, heute gibt’s keinen Wein, keine Ruh.

Refr.:
Alle Rosen, sie blühen am Wege rot, wir marschieren, marschieren vorbei.
Vielleicht sind wir morgen schon bleich und tot, du und ich und die ganze Reih’.

4.
Lütenand, zieht deinen Sabel ’raus, mit dem Liebelen ist es aus.

Refr.:
Alle Rosen, sie blühen am Wege rot, wir marschieren, marschieren vorbei.
Vielleicht sind wir morgen schon bleich und tot, du und ich und die ganze Reih’.

5.
Kämen wir zurück und wär’s getan, trinken wir einen Rausch uns an.

Refr.:
Alle Rosen, sie blühen am Wege rot, wir marschieren, marschieren vorbei.
Vielleicht sind wir morgen schon bleich und tot, du und ich und die ganze Reih’.

6.
Und du schenkst mir immer wieder ein, herrlich könnte das Leben sein.

Refr.:
Alle Rosen, sie blühen am Wege rot, wir marschieren, marschieren vorbei.
Vielleicht sind wir morgen schon bleich und tot, du und ich und die ganze Reih’.

 

Von Hans Roelli 1889-1962

Auch bekannt als  „Alle Rosen“

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 54, Seite 25, Buch 53

Frühmorgens singt die Amsel

 

Frühmorgens singt die Amsel

1.
Frühmorgens singt die Amsel, frühmorgens singt der Star
die schönsten Liebeslieder im Frühling, Jahr für Jahr. Und
wenn wir so marschieren, frühmorgens querfeldein, so
wecken uns die Lieder der kleinen Vögelein.

Refr.: Und plötzlich ruft der Unteroffizier:
Singen! Liebes Mädel, schönes Kind, du, du, du:
weisst ja nicht, wie treu wir sind, du, du, du; denn wir sind ja
Soldaten und keine Herzpiraten. Wir lieben nur ein Mägdelein,
und das bist du allein.

2.
An einem Sonntagmorgen marschieren wir durchs Land:
an einer Gartenmauer, ein kleines Mädel stand. Sie hatte rote
Rosen zum Grusse mir gepflückt und so, als wär ichs selber, fest
an ihr Herz gedrückt.

Refr.: Und plötzlich ruft der Unteroffizier:
Singen! Liebes Mädel, schönes Kind, du, du, du:
weisst ja nicht, wie treu wir sind, du, du, du; denn wir sind ja
Soldaten und keine Herzpiraten. Wir lieben nur ein Mägdelein,
und das bist du allein.

3.
Sind Jahre dann verflossen und ist der Dienst dann aus,
so kehre ich für immer in meiner Liebsten Haus. Dann pflück
ich rote Rosen und stelle mich postiert, wenn meine alte Truppe
an mir vorbeimarschiert.

Refr.: Und plötzlich ruft der Unteroffizier:
Singen! Liebes Mädel, schönes Kind, du, du, du:
weisst ja nicht, wie treu wir sind, du, du, du; denn wir sind ja
Soldaten und keine Herzpiraten. Wir lieben nur ein Mägdelein,
und das bist du allein.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 53, Seite 24, Buch 53

Eusi Kompanie

Eusi Kompanie

1.
Eusi Kompagnie ischt die schönste wit und breit, i dr
ganze Schwyz hät sich das scho umegseit. De Hauptma isch en
gfitzte Chog, de Lütnant isch en Hirsch, und gseht er wo en
Maitlirock, so brucht er grad en Kirsch!
Refr.: Maitli, min Stern, di han i gärn, hüt bischt du min
allerliebschte Schatz, morn mach i em andere denn Platz.
Dä isch denn nit so schön wie i, so lieb wie i, so treu wie i,
mach dir nüd drus, liebs Maiteli, denn i bi jo dr Stolz von
eusre Kompagnie!

2.
Euse Wachtmeischter hät en wunderschöne Schnauz, wenn
er dä dänn trüllt, jo, do wüssed mer: er haut’s! De Korporal, dä
hät en Wahn, dä steckt em hoch im Grind, er streckt de Hals
grad wie n’en Schwan, gseht er e schnusigs Chind!
Refr.: Maitli, min Stern, di han i gärn, hüt bischt du min
allerliebschte Schatz, morn mach i em andere denn Platz.
Dä isch denn nit so schön wie i, so lieb wie i, so treu wie i,
mach dir nüd drus, liebs Maiteli, denn i bi jo dr Stolz von
eusre Kompagnie!

3.
Eusi Kompagnie bis zum letschte Füsilier hät bi Tag und
Nacht immer langi Zyt nach dir, drum bruchscht du gar kei
Angscht me z’ha, du schtohscht i eusem Schutz, und loht di au
de Lütnant schtoh, vilicht nimmt di sin Putz.
Refr.: Maitli, min Stern, di han i gärn, hüt bischt du min
allerliebschte Schatz, morn mach i em andere denn Platz.
Dä isch denn nit so schön wie i, so lieb wie i, so treu wie i,
mach dir nüd drus, liebs Maiteli, denn i bi jo dr Stolz von
eusre Kompagnie!

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 51, Seite 23, Buch 53

Lass dich zum Abschied küssen …

Lass dich zum Abschied küssen …

1.
Lass dich zum Abschied küssen herzallerliebstes Kind,
wenn wir ins Feld nun müssen, weil wir Soldaten sind.
Refr.: Drum weine nicht mehr, nimm’s nicht so schwer, bald
werden wir wieder beisammen sein. Weine nicht mehr, wenn ich
wiederkehr, mein lie–bes Mägdelein, mein liebes, süsses, kleines
Mägdelein, dann lass uns glücklich sein!

2.
Lass mich noch einmal spüren den Druck der kleinen Hand,
bald werden wir maschieren, uns ruft das Vaterland.
Refr.: Drum weine nicht mehr, nimm’s nicht so schwer, bald
werden wir wieder beisammen sein. Weine nicht mehr, wenn ich
wiederkehr, mein lie–bes Mägdelein, mein liebes, süsses, kleines
Mägdelein, dann lass uns glücklich sein!

3.
Wenn ich auch viele Tage ferne von dir nun bin, dein
lichtes Bild ich trage immer in meinem Sinn.
Refr.: Drum weine nicht mehr, nimm’s nicht so schwer, bald
werden wir wieder beisammen sein. Weine nicht mehr, wenn ich
wiederkehr, mein lie–bes Mägdelein, mein liebes, süsses, kleines
Mägdelein, dann lass uns glücklich sein!

4.
Es wird mich stets begleiten anmutig, hell und schön, bis
zu den frohen Zeiten, da wir uns wiedersehen.
Refr.: Drum weine nicht mehr, nimm’s nicht so schwer, bald
werden wir wieder beisammen sein. Weine nicht mehr, wenn ich
wiederkehr, mein lie–bes Mägdelein, mein liebes, süsses, kleines
Mägdelein, dann lass uns glücklich sein!

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 50, Seite 23, Buch 53

Die Gedanken sind frei

 

 

 

Die Gedanken sind frei


1.
Die Gedanken sind frei,
wer kann sie erraten,
sie fliehen vorbei,
wie nächtliche Schatten.
Kein Mensch kann sie wissen,
kein Jäger erschiessen.
Es bleibet dabei:
Die Gedanken sind frei.

2.
Ich denke, was ich will,
und was mich beglücket,
doch alles in der Still,
und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren
kann niemand verwehren,
es bleibet dabei:
die Gedanken sind frei.

3.
Ich liebe den Wein,
mein Mädchen vor allen,
sie tut mir allein
am besten gefallen.
Ich bin nicht alleine
bei meinem Glas Weine,
mein Mädchen dabei:
die Gedanken sind frei.

4.
Und sperrt man mich ein
im finsteren Kerker,
das alles sind rein
vergebliche Werke;
denn meine Gedanken
zerreissen die Schranken
und Mauern entzwei:
die Gedanken sind frei.

5.
Drum will ich auf immer
den Sorgen entsagen
und will mich auch nimmer
mit Grillen mehr plagen.
Man kann ja im Herzen
stets lachen und scherzen
und denken dabei:
die Gedanken sind frei.

 

Edelweiss

 

 

Edelweiss

1.
Ganz einsam und verlassen an einer Felsenwand, stolz unter
blauem Himmel ein kleines Blümlein stand. Ich konnt nicht
widerstehen, ich brach das Blümelein und schenkte es dem
schönsten, herzliebsten Mägdelein. Refr.: Es war ein Edelweiss,
ein kleines Edelweiss, hollahidi-hollala, hollahiliho.

2.
Sie trägt es treu in Ehren an ihrem Sonntagskleid, sie weiss,
dass dieses Sternlein ein Männerherz erfreut. Sie trägt es mir
zuliebe, und ich bin stolz darauf, denn diese zarte Blume schloss
einst zwei Herzen auf. Refr.: Es war ein Edelweiss,
ein kleines Edelweiss, hollahidi-hollala, hollahiliho.

3.
So einsam und verlassen, wie dieses Blümlein stand, so
standen wir im Leben, bis Herz zu Herz sich fand. Ein Leben
voller Liebe und Glück und Sonnenschein hat uns gebracht das
kleine, einsame Blümelein. Refr.: Es war ein Edelweiss,
ein kleines Edelweiss, hollahidi-hollala, hollahiliho.

 

Auch bekannt als „Ganz einsam und verlassen (Edelweiss)“

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 49, Seite 22, Buch 53

Hoch auf dem gelben Wagen

 

 

 

 

Hoch auf dem gelben Wagen

1.
Hoch auf dem gelben Wagen sitz ich beim Kutscher vorn,
hurtig die Rosse traben, lustig schmettert das Horn. Wiesen,
Wälder und Auen, leuchtendes Ährengold, möchte ja so gerne
ruhn und schauen, aber der Wagen, der rollt.

2.
Flöten hör ich und Geigen, lustiges Bassgebrumm, junges
Volk im Reigen tanzt um die Linde herum. Röcke fliegen im
Winde, alles jauchzt und tollt, bliebe so gerne bei der
Linde, aber der Wagen, der rollt.

3.
Postillion vor der Schenke füttert die Rosse im Flug,
schäumendes Gerstengetränke reicht ihm die Wirtin im Krug.
Hinter den Fensterscheiben lacht ein Gesicht so hold, möchte
ja so gerne bei ihr bleiben, aber der Wagen, der rollt.

4.
Sitzt einmal ein Gerippe hoch auf dem Schwager vorn,
trägt statt der Peitsche die Hippe, das Stundenglas statt das Horn.
Dann ade nun, ihr Lieben, die ihr nicht mitfahren wollt, wäre
ja so gerne noch geblieben, aber der Wagen, der rollt.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 48, Seite 22, Buch 53

 

Ghaue-n-oder gstoche!

Ghaue-n-oder gstoche!

1.
Soldaten marschieren durch das kleine Land. Haarus, juchhei !
Mit Sack und Pack und dem Gewehr in der Hand, und das ist
unser Feldgeschrei.

Refr.: Jetzt ghaue-n-oder gstoche ! Mr wänd fry Schwyzer sy !
Mr hend stahlharti Chnoche und schlönd wie d’Leue dri.
[: Söll eine cho, haarus, mir gheied en zum Ländli us ! :]

2.
Soldaten stehen auf der treuen Wacht. Haarus, juchhei !
Beschützen die Heimat wohl bei Tag und Nacht und denken an
ihr Feldgeschrei.

Refr.: Jetzt ghaue-n-oder gstoche ! Mr wänd fry Schwyzer sy !
Mr hend stahlharti Chnoche und schlönd wie d’Leue dri.
[: Söll eine cho, haarus, mir gheied en zum Ländli us ! :]

3.
Du blondhaarig Mägdlein dort am Fensterlein. Haarus, juchhei !
Übers Jahr trägst du ein golden Ringelein, doch jetzt ist
unser Feldgeschrei.

Refr.: Jetzt ghaue-n-oder gstoche ! Mr wänd fry Schwyzer sy !
Mr hend stahlharti Chnoche und schlönd wie d’Leue dri.
[: Söll eine cho, haarus, mir gheied en zum Ländli us ! :]

4.
Und kommt der Feind an unser Land heran. Haarus juchhei !
Wir wollen ihn mit heissem Blei empfah’n, denn das ist
unser Feldgeschrei.

Refr.: Jetzt ghaue-n-oder gstoche ! Mr wänd fry Schwyzer sy !
Mr hend stahlharti Chnoche und schlönd wie d’Leue dri.
[: Söll eine cho, haarus, mir gheied en zum Ländli us ! :]

5.
Und sterben wir dereinst im roten Blut. Haarus, juchhei !
Dann singen unsre Buben es voll Heldenmut, und das ist
unser Kampfgeschrei.

Refr.: Jetzt ghaue-n-oder gstoche ! Mr wänd fry Schwyzer sy !
Mr hend stahlharti Chnoche und schlönd wie d’Leue dri.
[: Söll eine cho, haarus, mir gheied en zum Ländli us ! :]

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 47, Seite 21, Buch 53

Florian Geyer

 

 

Florian Geyer

1.
Wir sind des Geyers schwarze Haufen, hai-ah-ho, wir
wollen mit Tyrannen raufen, hai-ah-ho. Refr.: Spiess voran,
drauf und dran, setzt aufs Klosterdach den roten Hahn!

2.
Der Florian Geyer führt uns an, hai-ah-ho, schon mancher
über die Klinge sprang, hai-ah-ho. Refr.: Spiess voran,
drauf und dran, setzt aufs Klosterdach den roten Hahn!

3.
Als Adam grub und Eva spann, hai-ah-ho, wo blieb denn
da der Edelmann, hai-ah-ho. Refr.: Spiess voran,
drauf und dran, setzt aufs Klosterdach den roten Hahn!

4.
Des Edelmannes Töchterlein, hai-ah-ho, das schicken wir
in die Höll’ hinein, hai-ah-ho. Refr.: Spiess voran,
drauf und dran, setzt aufs Klosterdach den roten Hahn!

5.
Geschlagen ziehen wir nach Haus, hai-ah-ho, unsre Enkel
fechtens besser aus, hai-ah-ho. Refr.: Spiess voran,
drauf und dran, setzt aufs Klosterdach den roten Hahn!

6.
Als Sieger kehren wir nach Haus, hai-ah-ho, und trinken
einen Siegesrausch, hai-ah-ho. Refr.: Spiess voran,
drauf und dran, setzt aufs Klosterdach den roten Hahn!

 

Auch bekannt als „Wir sind des Geyers schwarzer Haufen“

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 46, Seite 21, Buch 53

 

 

Eine Kompanie Soldaten

 

Eine Kompanie Soldaten

1.
Eine Kompagnie Soldaten, wieviel Leid und Freud ist das!
Und es fallen die Granaten in die Kompagnie Soldaten, und
gar mancher beisst ins Gras.

2.
Eine Kompagnie Soldaten, ei wie singet die so hell! Wie
die Lerche über Saaten singt die Kompagnie Soldaten,
Landsturmmann und Junggesell.

3.
Ein Kompagnie Soldaten, o das ist viel Blut und rot!
Denn die Feinde sind geraten in die Kompagnie Soldaten,
und, ach, Hauptmann, du bist tot. Eine Kompagnie
Soldaten, wieviel Leid und Freud ist das!

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 45, Seite 20, Buch 53

Die graue Reiterei

 

Die graue Reiterei

1.
Der Wind weht über die Felder, ins regennasse Zelt. Der
Hauptmann stürmt gen Geldern, seine Reiter ziehn ins Feld.
Refr.: Taritara, taritara, wir sind die graue Reiterei.

2.
Es ziehn in langen Reihen, das erste Regiment, zu zweien
und zu dreien, der Hauptmann reit’ am End.
Refr.: Taritara, taritara, wir sind die graue Reiterei.

3.
Und drüben im fernen Flandern, da mäht der Schnitter
Tod; viel Kreuz’ am Wegesrande, erglühn im Abendrot.
Refr.: Taritara, taritara, wir sind die graue Reiterei.

4.
Drauf schlagen Nachtigallen wie Flöten und Schalmein,
gesungen hat’s vor allem, die graue Reiterei.
Refr.: Taritara, taritara, wir sind die graue Reiterei.

 

Auch bekannt unter  „Der Wind weht über Felder“ (des Kaisers Reiterei) mit Kaiser statt Hauptmann

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 44, Seite 20, Buch 53

Immerzu da gehen wir

Immerzu da gehen wir

1.
Immerzu, da gehen wir und haben keine Rast und wären
gern der Wirtin Gast bei einem Weine hier, hier, hier,
bei einem Weine hier.

2.
Immerzu, da sagen wir, noch ist es nicht zu End’ und täten
doch so gern die Händ’ hingeben, Liebste, dir, dir, dir,
hingeben. Liebste, dir.

3.
Immerzu, da glauben wir, so dauern kann das nicht: durch
das Gewölke blitzt und bricht die Sonne auch zu mir, mir,
mir, die Sonne auch zu mir.

4.
Immerzu, da gehen wir aus Haus und Heimat fort und
wären doch so gerne dort zusammen alle wir, wir, wir,
zusammen alle wir.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 43, Seite 20, Buch 53

Ein Heller und ein Batzen

 

Ein Heller und ein Batzen

1.
Ein Heller und ein Batzen, die waren beide mein, der
Heller ward zu Wasser, der Batzen ward zu Wein.
Refr.:  Heidi, hei dum heida, hei di, hei dum heida,
hei di, hei dum heida la la la la.

2.
Die Strümpfe sind zerrissen, die Stiefel sind entzwei, und
draussen auf der Heide, da singt der Vogel frei.
Refr.:  Heidi, hei dum heida, hei di, hei dum heida,
hei di, hei dum heida la la la la.

3.
Die Wirtsleut’ und die Mädel, die rufen beid’: O weh!
Die Wirtsleut’, wenn ich komme, die Mädel, wenn ich geh.
Refr.:  Heidi, hei dum heida, hei di, hei dum heida,
hei di, hei dum heida la la la la.

4.
Und gäb’s kein’ Landstrass’ nirgends, da säss’ ich still zu
Haus, und gäb’s kein Loch im Fasse, schlüg’ ich den Boden aus.
Refr.:  Heidi, hei dum heida, hei di, hei dum heida,
hei di, hei dum heida la la la la.

5.
Das war ’ne grosse Freude, als mich der Herrgott schuf,
ein Kerl wie Samt und Seide, nur schade, dass er suff.
Refr.:  Heidi, hei dum heida, hei di, hei dum heida,
hei di, hei dum heida la la la la.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 42, Seite 19, Buch 53

Flandern in Not

 

Flandern in Not

1.
Der Tod reit’t auf einem kohlschwarzen Rappen, er trägt
ein undurchsichtige Kappen. Wenn Landsknecht in das Feld
marschieren, lässt er sein Ross daneben galoppieren.
Refr.: Flandern in Not! In Flandern reitet der Tod.

2.
Der Tod reit’t auf einem lichten Schimmel, schön wie ein
Cherubim vom Himmel. Wenn Mägdlein ihren Reigen
schreiten, tut er mit ihnen im Tanze gleiten.
Refr.: Flandern in Not! In Flandern reitet der Tod.

3.
Der Tod kann auch die Trommel rühren, du kannst den
Wirbel im Herzen spüren. Er trommelt lang, er trommelt
laut, er trommelt auf einer Totenhaut
Refr.: Flandern in Not! In Flandern reitet der Tod.

4.
Als er den ersten Wirbel geschlagen, da hat’s das Blut vom
Herzen getragen. Als er den zweiten Wirbel schlug, den Lands-
knecht man zum Grabe trug.
Refr.: Flandern in Not! In Flandern reitet der Tod.

5.
Der dritte Wirbel ist solang gegangen, bis der Landsknecht
von Gott seinen Segen empfangen. Der vierte Wirbel ist leis
und lind, als wiegt eine Mutter in Schlaf ihr Kind.
Refr.: Flandern in Not! In Flandern reitet der Tod.

6.
Der Tod kann Rappen und Schimmel reiten, der Tod kann
lächelnd im Tanze schreiten, er trommelt laut, er trommelt fein:
Gestorben, gestorben, gestorben muss sein!
Refr.: Flandern in Not! In Flandern reitet der Tod.

 

Auch als „Der Tod reitet auf einem kohlschwarzen Rappen“ bekannt

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 41, Seite 19, Buch 53

Der Trommelknabe

 

Der Trommelknabe

1.
Wir ziehen über die Strassen mit schwerem, festem Schritt.
Und über uns die Fahne, sie flattert lustig mit. Refr.: Don,
don, don, don, hei, diridiri, don, diri don.

2.
Voran der Trommelknabe schlägt seine Trommel gut; er
weiss noch nichts von Liebe, weiss nicht, wie Scheiden tut.
Refr.: Don, don, don, don, hei, diridiri, don, diri don.

3.
Er trommelte schon manchem wohl in das kühle Grab,
und dennoch liebt ein jeder kleinen Trommelknab.
Refr.: Don, don, don, don, hei, diridiri, don, diri don.

4.
Vielleicht bin ich es morgen, der sterben muss im Blut.
Der Knab’ weiss nichts, von Liebe, weiss nicht, wie Sterben tut.
Refr.: Don, don, don, don, hei, diridiri, don, diri don.

5.
Sankt Jörg, der edle Ritter, verleih uns neuen Mut.
Für Vaterland und Ehre vergiessen wir das Blut.
Refr.: Don, don, don, don, hei, diridiri, don, diri don.

 

Auch bekannt als „Wir ziehen über die Strassen“

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 40, Seite 18, Buch 53

Vom Barette schwankt die Feder

 

Vom Barette schwankt die Feder

1.
Vom Barette schwankt die Feder, biegt und wiegt im Winde
sich; unser Wams von Büffelleder ist zerfetzt von Hieb
und Stich. Ja von Stich und Hieb und ein Lieb muss ein, ja
muss ein Landsknecht haben.

2.
Unsre Linke an dem Schwerte, in der Rechten einen Spiess,
kämpfen wir, soweit die Erde, bald für das und bald für dies.
Ja für dies und das, Suff und Frass muss ein, ja muss ein Lands-
knecht haben.

3.
Ruhm und Beute zu gewinnen, ziehn wir mutig in die
Schlacht. Einmal müssen wir von hinnen, hurtig drum bei Tag
und Nacht. Ja bei Nacht und Tag, was er mag, muss ein, ja
muss ein Landsknecht haben.

4.
Sollte ich einst liegen bleiben in der bluterfüllten Schlacht,
sollt ihr mir ein Kreuzlein schneiden auf den tiefen, dunklen
Schacht! Ja mit Trommeln viel und Pfeifenspiel sollt ihr, ja
sollt ihr mich begraben.

5.
Landsknechtleben, lustig Leben, in der Schenke heijuhei!
Hockt ein fader Kerl daneben, Ali Pascha steh ihm bei. Ja,
so schmeisst ich ihn raus, ha,ha,ha, reines Haus muss ein,
ja muss ein Landsknecht haben.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 39, Seite 18, Buch 53

Strampedemi

 

Strampedemi

1.
Wir zogen in das Feld; da hätt’n wir weder Säckl noch
Geld. Strampedemi! Refr.: A la mi presente al vostra signori!

2.
Wir kamen vor Siebentod; da hätt’n wir weder Wein noch
Brot. Strampedemi! Refr.: A la mi presente al vostra signori!

3.
Wir kamen vor Friaul; da hätt’n wir allesamt gross Maul.
Strampedemi! Refr.: A la mi presente al vostra signori!

 

Andere Strophen die es noch gibt:

Wir kam’n vor Benevent, da hätt’ all unser Not ein End.

Wir kamen auch nach Rom, da stellten wir die Pferde in den Petersdom

Wir kamen nach Triest, da kriegten wir alle die Pest

Wir kam’n nochmal nach Rom, da entführten wir des Papstes jüngsten Sohn

 

Landsknechtsmarsch aus dem 16. Jhd.
Wurde während der ital. Feldzüge Karl des V. gesungen, auch während der Kämpfe gegen Venedig (1509).
Überliefert von Georg Forster 1540.
Original in Dur (ohne die Benevent-Strophe), Moll-Fassung aus der Jugendbewegung.
Siebentod ist ein entstellter Name eine italienischen Landschaft

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 38, Seite 17, Buch 53

HV-Lied (Heiba bariba)

HV-Lied (Heiba bariba)

1.
Es wär jetzt a de Zyt, doch wer sammlet mir die Lüt, es
nimmt mi wunder, wo de Weibel wieder umelit, drum singed
heiba bariba, isch Zimmertour no nöd da, das isch es cheibe
G’stürm, ich chumm mer vor wie i de Epa, singed heiba bariba,
heiba bariba, wänn fangt ’s HV a?  Refr.: Bedudedudelädä, bedude-
dedelädä, wänn fangt ’s HV a?

2.
Und wenn mer denn scho fascht e Schtund im  Gängli usse
schtönd und eus vo eusem Weibel umenander hetze lönd, dänn
singet hei … warum chan er’s nöd si la, er hät doch sicher
anders z’tue und isch nöd nu für das da, singet heiba bariba,
heiba bariba, wänn fangt ’s  HV a? Refr.: Bedudedudelädä, bedude-
dedelädä, wänn fangt ’s HV a?

3.
Doch äntli staht die ganzi Kompanie in Reih und Glied,
und niemer weiss, wo jetzt  au  no de Kadi steckt und blibt,
drum singet hei… Ich glaub er isch jetzt doch da und wenn mer
all am Plätzli stönd, dänn tuet er sicher afa, singet heiba bariba,
heiba bariba, wänn fangt ’s HV a? Refr.: Bedudedudelädä, bedude-
dedelädä, wänn fangt ’s HV a?

4.
Herr Oberlütenand, ich mälde … Kp., ’s wird wohl nöd
wieder wie geschter eine zwenig si, drum singed heiba bariba,
de Schär, de Cheib, söll istah, de Meier het kei Mütze, Gottver-
deckel, wo isch die hicho, singed heiba bariba, heiba bariba,
wänn fangt ’s HV a? Refr.: Bedudedudelädä, bedude-
dedelädä, wänn fangt ’s HV a?

5.
Kompagnie daher, wer schliicht denn det no hinehär, ja,
mini Herre, wänn Sie meined, ’s chönn so wiitergah, so singed
heiba bariba, an alte Platz go ischtah, de Tschumpelzug söll
ruhig si, susch müemer nomal afa, singed heiba bariba, heiba
bariba, jetzt händer ’s HV gha! Refr.: Bedudedudelädä, bedude-
dedelädä, wänn fangt ’s HV a?

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 37, Seite 17, Buch 53

Lieber Kamerad

Lieber Kamerad

1.
Ach, was willst Du traurig sein, lieber Kamerad, überall
lacht Sonnenschein, winkt uns hell und roter Wein, reck den
Rücken grad. Refr.: Drücken dich die Sorgen, leg sie auf die
Schultern mir, heute und auch morgen trag ich sie mit dir.

2.
Wenn wir wandern in der Nacht, lieber Kamerad, wo ein
warmes Lichtlein lacht, träume, dass dein Liebchen wacht,
deiner denkt es grad. Refr.: Drücken dich die Sorgen, leg sie auf
die Schultern mir, heute und auch morgen trag ich sie mit dir.

3.
Ist’s im Morgenrot nicht schön, lieber Kamerad, wenn wir
durch die Wälder gehn, wenn wir auf dem Berge stehn, reck
den Rücken grad. Refr.: Drücken dich die Sorgen, leg sie auf
die Schultern mir, heute und auch morgen trag ich sie mit dir.

4.
Wird der Dienst zu Ende sein, lieber Kamerad, richten wir
das Leben ein, wie wir woll’n, es müsse sein, reck den Rücken
grad. Refr.: Drücken dich die Sorgen, leg sie auf die Schultern
mir, heute und auch morgen trag ich sie mit dir.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 36, Seite 16, Buch 53

Bin ein fahrender Gesell

 

Bin ein fahrender Gesell

1.
Bin ein fahrender Gesell, kenne keine Sorgen, nährt mich
heut der Felsenquell, tun es Reben morgen. Bin ein Ritter lobe-
sam, reit auf Schusters Rappen, führ den lockern Zeisighahn und
den Spruch im Wappen. Refr.: Nur immer lustig Blut und
heitrer Sinn, ja futsch ist futsch, und hin ist hin.

2.
Zieh ich in ein Städtchen ein, spür ich’s im Gehirne,
wo man trifft den besten Wein und die schönste Dirne.
Spielmann lächelt wohlgemut, streicht die Fidel schneller,
und ich werf ihm in den Hut meinen letzten Heller.
Refr.: Nur immer lustig Blut und heitrer Sinn, ja futsch
ist futsch, und hin ist hin.

3.
Meister Wirt, darfst heut nicht ruhn, schlag heraus den
Zapfen. Back, Frau Wirtin, mir ein Huhn und zum Nachtisch
Krapfen. Was ich heut nicht zahlen kann, zahlen will ich’s künf-
tig, darum schreib’s mit Kreide an, Wirt, und denk vernünftig.
Refr.: Nur immer lustig Blut und heitrer Sinn, ja futsch
ist futsch, und hin ist hin.

4.
Wein dir nicht die Äuglein trüb, Mägdelein, vor Trauer,
fahrender Gesellen Lieb ist von kurzer Dauer. Fahrender Gesellen
Lieb endet vor den Toren, wein dir nicht die Äuglein trüb, hast
nicht viel verloren. Refr.: Nur immer lustig Blut und heitrer Sinn,
ja futsch ist futsch, und hin ist hin.

5.
Kommt ein Stern mit einem Schwanz, will die Welt zertrümmern,
leiert euren Rosenkranz, mich soll’s wenig kümmern!
Wird dem Weltenbrand zum Raub Berg und Tal und Heide,
wird das Wirtshaus auch zu Staub, schwarzes Brett und Kreide.
Refr.: Nur immer lustig Blut und heitrer Sinn, ja futsch
ist futsch, und hin ist hin.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 35, ohne Strophe 2, Seite 16, Buch 53

Zogä-n-am Bogä, d’r Landamme tanzät

 


Zogä-n-am Bogä, d’r Landamme tanzät

1.
Zogä-n-am Bogä, dr Landamme tanzät, wiä dr Tyfel dur
Diele dure g’schwanzät! Düli, düli düi pfyft ds Clarinett. Hitä
gähmmer nit i ds Bett! Refr.: Und jüppidibüi und Zötteli dra,
nur immer  scheen de Wände nah!

2.
Sepp, nimm ds Vrenäli rächt a di anä, häb di am Rock wiä
a-mä-nä Fahnä! Nimms rächt züächä und häbs umä Büch! Hit
wird tanzäd! Hit gahts rüch! Refr.: Und jüppidibüi und Zötteli dra,
nur immer  scheen de Wände nah!

3.
Bedälä, chaibä, tanzä und schwitzä, d’Tscheppä abziäh und
d’Aermel umälitzä! Hitä tanzäd diä Jung und dr Alt und d’Sü
und dr Bock und dr Stiär und ds Chalb! Refr.: Und jüppidibüi
und Zötteli dra, nur immer  scheen de Wände nah!

4.
Und wenns dr Pfarrär nit will lydä, so gäntm ä alti Kaffee-
mihli ztrybe! Und wer nit tanzä und bedälä cha, dem trürät,
wenns-ä butzt, käi Tyful durna! Refr.: Und jüppidibüi
und Zötteli dra, nur immer  scheen de Wände nah!

 

Auf der Gitarre begleiten
Strophe: F C G (2 x)
Refrain: B F C7 F (2 x)

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 34, Seite 15, Buch 53

E herzigs Meiteli

E herzigs Meiteli

1.
Wenn i der Nacht am Himmel d’Stärnli stönd, und ’s dänn
emol es Schnüppli falle lönd, denn söll me sich en schöne Wunsch
erdenke: es chunnt e Zyt, de Herrgott tuet’s eim schenke. Drum
wünsch ich mir i jeder Stärnenacht, wo so-n-es Schnüppli sini
Erdreis macht: Refr.: E herzigs Maiteli mit frohem Muet, mit
mene süesse Müli, wo gern chüsse tuet, eis, wo de Herrgott für
mich het gmacht, so schön und rein, grad wie-n-e Stärnenacht.

2.
Und schint’s dir au, es well si nüd bewähre, dass ’s Glück
bi dir au eimal sött ichehre, pass nu guet uf, zmal isch es hübschli
da, und pack’s denn grad, susch häsch’es ewig gha, und heb-em
Sorg, dass es dir nüd zerbricht, susch isch’s denn us mit där er-
träumte Gschicht: Refr.: E herzigs Maiteli mit frohem Muet, mit
mene süesse Müli, wo gern chüsse tuet, eis, wo de Herrgott für
mich het gmacht, so schön und rein, grad wie-n-e Stärnenacht.

3.
Die Zyt verruscht, mängs Stärnli isch verschwunde, doch
’s herzig Maiteli, das hani endli gfunde, voll Glück schint ’s Läbe
und voll Sunneschy, doch schtellt sich heimli wieder ’s Wünsche
i, und jetzed lueged beidi i der Nacht, ob nüd es Stärnli d’Reve-
renz eus macht: Refr.: E herzigs Maiteli mit frohem Muet, mit
mene süesse Müli, wo gern chüsse tuet, eis, wo de Herrgott für
mich het gmacht, so schön und rein, grad wie-n-e Stärnenacht.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 33, Seite 15, Buch 53

Schijodel

 


Schijodel

1.
Lönd dä Tüüfel fahre und d’Maitleni lah si! Es git kei
Larifari, wo Schnee isch und wo Schi. Schi-Heil !

2.
Tuets di öppe chlämme und weisch nüd us und i, so haus
und gang go schtämme, wo Schnee isch und wo Schi,
Schi-Heil!

3.
Esel sind kei Chälber, und Chälber chönds nüd si, mr
findet nu eus sälber, wo Schnee isch und Schi, Schi-Heil!

4.
Lupfsch du dini Flosse und meinsch en Herrgott zsi,
mr bliibed Eidgenosse, wo Schnee isch und wo Schi,
Schi-Heil!

5.
Lönd eus heizu rutsche vo Berge und vo Flueh, en
Bock muess öppe putsche, e Geiss ghört au derzue,
Schi-Heil!

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 32, Seite 14, Buch 53

Wäge dem muesch du nüd trurig si

 


Wäge dem muesch du nüd trurig si

1.
Nimmsch du dir im Läbe öppis vor, und es gaht dir gäg
de Strich, reg di ja nöd uf und pfif doch druf, schliessli isch
doch alles glich.
Ref.: O Susanna, wie isch doch ’s Läbe schön, wäge dem
muesch du nüd trurig si, wäge dem, wäge dem, wäge dem.

2.
Schiefi Absätz und en alte Huet und in jedem Strumpf es
Loch, fidiheirassa und hopsassa, aber ’s Läbe freut eus doch.
Ref.: O Susanna, wie isch doch ’s Läbe schön, wäge dem
muesch du nüd trurig si, wäge dem, wäge dem, wäge dem.

3.
Jede Tag studiere, was chunt morn? Liebe Fründ, das hät kein
Zwäck, sone luschtigs Lied, e heiters Gmüet, das hilft über
alles weg.
Ref.: O Susanna, wie isch doch ’s Läbe schön, wäge dem
muesch du nüd trurig si, wäge dem, wäge dem, wäge dem.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 31, Seite 14, Buch 53

Vo Luzern uf Wäggis zue

 


Vo Luzern uf Wäggis zue

1.
Vo Luzern uf Wäggis zue, holio guggu, brucht mer währli keini Schueh.
Refr.: Holidio-ho hoppsassa holdio guggu.

2.
Wo mer sind uf d’Rigi cho, holio guggu, lauft is s’Sännemeitschi no.
Refr.: Holidio-ho hoppsassa holdio guggu.

3.
Meiteli gümpele nüd eso, holio guggu, ’s Gümpele wird dir schi vergo.
Refr.: Holidio-ho hoppsassa holdio guggu.

4.
’s Gümpele isch em scho vergange, holio guggu, d’Windle hanged a der Stange.
Refr.: Holidio-ho hoppsassa holdio guggu.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 30, Seite 14, Buch 53

 

s’ isch mer alles eis Ding

 


s’ isch mer alles eis Ding

1.
s’ isch mer alles eis Ding, ob ich lach oder sing;
han es Herzeli wienes Vögeli, darum liebeni so ring.

2.
Und mis Härzli isch zue; es cha’s niemert uftue, as es
einzigs schlaus Bürschteli (Maiteli) het es Schlüsseli derzue.

3.
Und du bruchst mir nit z’trutze, jo susch trutz i dir o!
Sones Bürschteli (Maiteli) wie du eis bisch sones Maiteli (Bürschteli) bin i o.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 29, Seite 13, Buch 53

Freut euch des Lebens

 


Freut euch des Lebens

1.
Freut euch des Lebens, weil noch das Lämpchen glüht;
pflücket die Rose, eh’ sie verblüht.

Man schafft so gern sich Sorg und Müh,
sucht Dornen auf und findet sie,
und lässt das Veilchen unbemerkt,
das ihm am Wege blüht.

2.
Freut euch des Lebens, weil noch das Lämpchen glüht;
pflücket die Rose, eh’ sie verblüht.

Wenn scheu die Schöpfung sich verhüllt,
und lauter Donner ob uns brüllt,
so lacht am Abend nach dem Sturm,
die Sonne, ach, so schön.

3.
Freut euch des Lebens, weil noch das Lämpchen glüht;
pflücket die Rose, eh’ sie verblüht.

Wer Neid und Missgunst sorgsam flieht,
Genügsamkeit im Gärtchen zieht,
dem schiesst sie bald zum Bäumchen auf,
das gold’ne Früchte bringt.

4.
Freut euch des Lebens, weil noch das Lämpchen glüht;
pflücket die Rose, eh’ sie verblüht.

Wer Redlichkeit und Treue übt
und gern dem ältern Bruder gibt,
den lohnt dafür Zufriedenheit mit
höherm Glück als Geld.

5.
Freut euch des Lebens, weil noch das Lämpchen glüht;
pflücket die Rose, eh’ sie verblüht.

Und wenn der Pfad sich furchtbar engt
und Missgeschick uns plagt und drängt,
so reicht die Freundschaft schwesterlich
dem Redlichen die Hand.

6.
Freut euch des Lebens, weil noch das Lämpchen glüht;
pflücket die Rose, eh’ sie verblüht.

Sie trocknet ihm die Tränen ab
und streut ihm Blumen bis ans Grab;
sie wandelt Nacht in Dämmerung
und Dämmerung in Licht.

7.
Freut euch des Lebens, weil noch das Lämpchen glüht;
pflücket die Rose, eh’ sie verblüht.

Sie ist des Lebens schönstes Band.
Schlagt, Brüder, traulich Hand in Hand!
So wallt man froh, so wallt man leicht
ins bessre Vaterland!

 

Es war die Zeit Goethes und Schillers, Mozarts, Haydns und Beethovens, als der Schweizer Dichter Johann Martin Usteri (1763 – 1827) 1793 den Text zu Freut euch des Lebens verfasste. Unberührt von der Französischen Revolution und dem Krieg zwischen Preussen und Frankreich konnte der die Idylle preisende Text wohl nur in der Schweiz entstehen.

Vertont wurden die Verse 1975 vom ›Schweizer Sängervater‹ (Theo und Sunhilt Mang, Der Liederquell, 2015, S. 515), dem Musikpädagogen Hans-Georg Nägeli (1773 – 1836). Die eingängige Melodie wird auch noch heute Gedichten zum Geburtstag unterlegt.

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 28, Strophen 1-4, Seite 13, Buch 53

Han ame-n-Ort es Blüemeli gseh

 

 


Han ame-n-Ort es Blüemeli gseh

1.
Han ame-n-Ort es Blüemli gseh, es Blüemli rot und wiss.
Das Blüemli gseh-n-i nümmemeh, drum tuet es mir im Herz so
weh.
Ref.: O Blüemli mi, o Blüemli mi, ich möcht, i möcht
gern bi der si. O Blüemli mi, o Blüemli mi, i möcht
gern bi der si.

2.
O lat mi bi mim Blüemli si,  i g’schänd es wäger nit. Es
tröpflet wohl es Tränli dri. Ach! I ma nümmi lustig si.
Ref.: O Blüemli mi, o Blüemli mi, ich möcht, i möcht
gern bi der si. O Blüemli mi, o Blüemli mi, i möcht
gern bi der si.

3.
Und wenn i einisch gstorbe bi und ’s Blüemli au verdirbt,
so tüet mer da mis Blüemeli mir uf d’s Grab, das bitten i, uf
d’s Grab, uf d’s Grab zu mir!
Ref.: O Blüemli mi, o Blüemli mi, ich möcht, i möcht
gern bi der si. O Blüemli mi, o Blüemli mi, i möcht
gern bi der si.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 27, Seite 13, Buch 53

Chumm, mir wei ga Chrieseli gwünne

 

 


Chumm, mir wei ga Chrieseli gwünne

1.
Chumm, mir wei ga Chrieseli gwünne, weiss am’ ne-n-Ort
gar grüseli viel: roti, schwarzi, gibeligäli, zwei bis drei an einem
Stiel.
Refr.: Valleri vallera, valleri fallera, zwei bis drei an einem Stiel.

2.
’s lit nit alls an einem Paar Hose, ’s lit nit alls an einem
Paar Schueh;  ’s isch nit alls an der Hübschi gelege, ’s lit viel
meh am ordeli Tue.
Refr.: Valleri vallera, valleri fallera, zwei bis drei an einem Stiel.

3.
Bi nit rich uf dieser Erde, bin nit hübsch von Angesicht,
’s muess mer doch o eini werde; Gott verlat die Wüeschte nit.
Refr.: Valleri vallera, valleri fallera, zwei bis drei an einem Stiel.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 26, Seite 12, Buch 53

Im schönsten Wiesengrunde

 

 

Im schönsten Wiesengrunde

1.
Im schönsten Wiesengrunde ist meiner Heimat Haus, da
zog ich manche Stunde ins Tal hinaus. Dich, mein stilles Tal,
grüss ich tausendmal, da zog ich manche Stunde ins Tal hinaus.

2.
Muss aus dem Tal jetzt scheiden, wo alles Lust und Klang,
das ist mein herbstes Leiden, mein letzter Gang. Dich, mein
stilles Tal, grüss ich tausendmal, das ist mein herbstes Leiden,
mein letzter Gang.

3.

Sterb ich, im Talesgrunde will ich begraben sein, singt mir
zur letzten Stunde beim Abendschein. Dir, o stilles Tal, Gruss
zum letztenmal, singt mir zur letzten Stunde beim Abendschein.

 

Wilhelm Ganzhorn schrieb das Gedicht Das stille Tal 1851. 1876 erschien es erstmals in der „Schwäbischen Lieder-Chronik“ und besitzt im Original 13 Strophen, die zusammen ein schönes Gesamtbild ergeben. Üblicherweise werden jedoch nur die Strophen 1, 12 und 13 gesungen die hier aufgeführt sind.

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 25, Seite 12, Buch 53

s’ Ramseiers wei go grase

 

 

 


s’ Ramseiers wei go grase

1.
s’ Ramseiers wei go grase, wohl uf e Gümmeligebärg.
Refr. Fidiri fidira fidiralalalala. Fidiri fidira fidiralalalala.
s’ Ramseiers wei go grase, wohl uf e Gümmeligebärg.

2.
Der Ältscht dä geit a d’ Stange, die angere hingerdri.
Refr. Fidiri fidira fidiralalalala. Fidiri fidira fidiralalalala.
Der Ältscht dä geit a d’ Stange, die angere hingerdri.

3.
Er lat die Stange fahre, und ’s Gras gheit hingerab.
Refr. Fidiri fidira fidiralalalala. Fidiri fidira fidiralalalala.
Er lat die Stange fahre, und ’s Gras gheit hingerab.

4.
Da chunnt der alt Ramseier mit em Stäcken i der Hand.
Refr. Fidiri fidira fidiralalalala. Fidiri fidira fidiralalalala.
Da chunnt der alt Ramseier mit em Stäcken i der Hand.

5.
Cheut dir nid besser achtig gä, dir Donners-Schnuderihünd!
Refr. Fidiri fidira fidiralalalala. Fidiri fidira fidiralalalala.
Cheut dir nid besser achtig gä, dir Donners-Schnuderihünd!

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 24, Seite 12, Buch 53

Hängt der Himmel voller Wolken

Hängt der Himmel voller Wolken

1.
Hängt der Himmel voller Wolken, und der Regen fällt
schon Tag und Nacht, immerzu wir vorwärts rollen, und der
Wagen, ja der ächzt und kracht. Dorf um Dorf wir flott passieren,
denn der Schneid ist unser grösster Stolz, ja wir MW-Kanoniere
(stolzen Mitrailleure), wir sind vom allerbesten Holz. Ref.:
Und wenn`s dann bummst und kracht , so weiss man`s weit und
breit, das ist die …. te Kp. der Luziensteig.

2.
Heute geht`s in die Verlegung, auf die gottverlassene Oberalp,
über hundert Meilen tippeln, aber so was, ja das lässt uns
kalt. Klappt auch einer mal zusammen, reisst der Kamerad ihn
wieder mit, und wenn wir durch`s Dorf marschieren, erkennt man
uns am flotten Schritt. Refr.: Und wenn`s dann pfeift und
heult, so weisss man`s weit und breit, es schiesst die …te Kp.
der Luziensteig.

3.
Kommt dann endlich die Entlassung, die wir Tag für Tag
so heiss ersehen, und du blätterst im Kalender: Ja 117 Tag du
zählst. Kommst du endlich dann nach Hause, heim zu deinem
allerliebsten Kind, fliegt sie dir gleich in die Arme und gibt `nen
Kuss dir ganz geschwind. Ref.: Und wenn wir bummeln gehn,
so sagt man voller Neid: Sie hat `nen MW-Kanonier der Luzien-
steig.

4.
Und wenn einst in hundert Jahren, wenn wir alle ruhn im
stillen Grab, wieder tönen die Fanfaren und wir spürn der
schnellen Rosse Trab. Wenn du hörst die Minen krachen, steigst
du aus der kühlen Erde Grund, und wie einst vor hundert Jahren,
unser Lied ertönt aus aller Mund. Refr.: Und wenn`s dann
bummst und kracht , so weiss man`s weit und breit: Da kommt
die …. te Kp. der Luziensteig.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 23, Seite 11, Buch 53

Hab oft im Kreise der Lieben

 


Hab oft im Kreise der Lieben

1.
Hab oft im Kreise der Lieben, im duftigen Grase geruht
und mir ein Liedlein gesungen, und alles war wieder gut.

2.
Hab einsam auch mich gehärmet in bangem, düsterem Mut,
und habe wieder gesungen, und alles, alles war wieder gut.

3.
Sollst uns nicht lange klagen, was alles dir wehe tut,
nur frisch, nur frisch gesungen, und alles wird wieder gut.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 22, Seite 11, Buch 53

Bergvagabunden

 

 

Bergvagabunden

1.
Wenn wir erklimmen sonnige Höhen, streben den Gipfel-
kreuzen zu. In unserm Herzen brennt eine Sehnsucht, die lässt uns
nimmermehr in Ruh. Refr.: Herrliche Berge, sonnige Höhen,
Bergvagabunden sind wir, ja wir, herrliche Berge, sonnige Höhen,
Bergvagabunden sind wir.

2.
Alles zu wagen, ohne zu zagen, stehen wir in der steilen
Wand. Herzen erglühen, Edelweiss blühen, vorbei geht`s mit siche-
rer Hand. Refr.: Herrliche Berge, sonnige Höhen,
Bergvagabunden sind wir, ja wir, herrliche Berge, sonnige Höhen,
Bergvagabunden sind wir.

3.
Gipfel bezwungen, Freiheit errungen! Ach, wie so schön
ist die Welt. Handschlag , ein Lächeln, Mühen vergessen, alles vom
Herrgott bestellt. Refr.: Herrliche Berge, sonnige Höhen,
Bergvagabunden sind wir, ja wir, herrliche Berge, sonnige Höhen,
Bergvagabunden sind wir.

4.
Beim Alpenglühen heimwärts wir ziehen, Berge, sie leuch-
ten so rot. Wir kommen wieder, denn wir sind Brüder, Brüder
auf Leben und Tod. Ref.: Lebt wohl, ihr Berge, sonnige Höhen,
Bergvagabunden sind treu, sind treu, lebt wohl, ihr Berge, son-
nige Höhen, Bergvagabunden sind treu.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 21, Seite 10, Buch 53

Wir sitzen so fröhlich beisammen

Wir sitzen so fröhlich beisammen

1.
Wir sitzen so fröhlich beisammen und haben uns alle so
lieb, erheitern einander das Leben; ach, wenn es doch immer
so blieb.

2.
Es kann nicht immer so bleiben, hier unter dem wechsel-
den Mond. Es blüht eine Zeit und verwelkt, was mit uns die
Erde bewohnt.

3.
Doch weil es nicht immer so bleibet, so haltet die Freude
recht fest! Wer weiss denn, wie bald uns zerstreuet das Schick-
sal nach Ost und nach West.

4.
Und sind wir auch fern voneinander, so bleiben die Herzen
sich nah, und alle, ja alle wird`s freuen, wenn einem was
Gutes geschah.

5.
Und kommen wir wieder zusammen, auf wechselnder
Lebensbahn, so knüpfen ans fröhliche Ende den fröhlichen
Anfang wir an!

 

Es gibt diverse andere Versionen im Netz

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 20, Seite 10, Buch 53

Hans Spielmann stimme deine Fiedel

 


Hans Spielmann stimme deine Fiedel

1.
Hans Spielmann stimme deine Fiedel, es geht im Schritt
und Tritt. Zum Abschied noch ein muntres Liedel, wer Lust hat,
singe mit.
Refr.: Wir ziehen in die Weite, ja weite, wunderschöne
Welt hinaus. Frischauf zum frohen Wandern, wer Lust hat,
bleibt zu Haus.

2.
Ist heut der Himmel blau und heiter und morgen grau und
trüb, wir ziehen unsere Strasse weiter und singen noch ein Lied.
Refr.: Was soll denn weiter werden, als zu n`em Bauern in ein
warmes Nest? Das macht uns kein Beschwerden, s`ist besser als
Arrest.

3.
Und kommen auch mal schwere Zeiten, der Hunger plagt
uns sehr, der Wirt will uns kein Mahl bereiten, dieweil der
Beutel leer.
Refr.: Das macht uns keine Sorgen, sagt an, ihr Herrn,
was kostet eure Welt? Mit Fiedel und mit Bogen ist auch ein
Fest bestellt.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 19, Seite 9, Buch 53

Lustig ist das Zigeunerleben

 

 

Lustig ist das Zigeunerleben

1.
Lustig ist das Zigeunerleben, faria, faria, ho, brauchen dem
Kaiser kein Zins zu geben, faria, faria, ho,lustig ist’s im grünen
Wald, wo des Zigeuners Aufenthalt, faria, faria, faria, faria,
faria, faria, ho.

2.
Sollt‘ uns mal der Hunger plagen, faria, faria, ho, geh`n
wir uns ein Hirschlein jagen, faria, faria, ho. Hirschlein nimm
dich wohl in acht, wenn des Jägers Büchse kracht. Faria, faria,
faria, faria, faria, faria, ho.

3.
Soll’t uns mal der Durst sehr quälen, faria, faria, ho, geh`n
wir zu den Wasserquellen, faria, faria, ho, trinken das Wasser
wie Moselwein, meinen, es müsste Champagner sein. Faria, faria,
faria, faria, faria, faria, ho.

4.
Wenn wir auch kein Federbett haben, faria faria, ho, tun
wir uns ein Loch ausgraben, faria faria. ho, legen Moos und
Reisig nein, das soll unser Federbett sein. Faria, faria,
faria, faria, faria, faria, ho.

5.
Und sinkt dann der Abend nieder, faria, faria, ho, brennt
das Lagerfeuer wieder, faria, faria, ho, reich mir schnell die
Fiedel zu, schwarzbraun Mädel, tanz dazu! Faria, faria,
faria, faria, faria, faria, ho.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 18, Seite 9, Buch 53

 

Schatz, mein Schatz

Schatz, mein Schatz

1.
Schatz, mein Schatz, reise nicht so weit von hier.
Im Röseligarte will ich dir warte, im grünen Klee,
im weissen Schnee.

2.
Auf mein zu warten, das brauchest du ja nicht.
Geh zu eim Reichen, zu deinesgleichen, `s ischt
mir eben recht.

3.
Ich heirate nicht nach Geld und nicht nach Guet.
Eine treue Seele, die ich mir wähle, wer`s glauben
tuet, wer`s glauben tuet.

4.
Wer`s glauben tuet und der ist weit von hier!
Er ist am Gotthard, er ist in Andermatt, er ist Soldat
und bleibt Soldat.

5.
Soldatenleben, und das heisst lustig sein. Wenn
andre Leut schlafen, so müssen wir wachen,
müssen Schildwach stehn, Patrouillen gehn.

6.
Schildwach stehn, das brauchest du ja nicht;
wenn dich d‘ Leut fragen, so sollst du sagen:
Schatz, du gehörst mein und ich bin dein.

7.
Wer hat denn dieses schöne Lied erdacht?
Es haben`s gesungen drei Schweizer Jungen,
wohl auf der Wacht amene Samstigznacht.

 

Es gibt auch eine Version aus Deutschland;
Er ist am Gotthard, er ist in Andermatt, er ist Soldat = er ist in Schleswig, er ist in Holstein
Es haben`s gesungen drei Schweizer Jungen = Drei Goldschmiedsjungen, die habens gesungen

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 17, Seite 8, Buch 53

Beresinalied

Am 28. November 1812 fielen bei Brilevskoye Pole (Belarus) 1000 Schweizer Soldaten in Napoleons Diensten in der Schlacht an der Beresina. Halten wir die gefallenen Eidgenossen in Ehren!

 

 


Beresinalied

1.
Unser Leben gleicht der Reise eines Wandrers in der Nacht,
jeder hat in seinem Gleise, etwas, das ihm Kummer macht.

2.
Aber unerwartet schwindet vor uns Nacht und Dunkelheit,
und der Schwergedrückte findet Linderung in seinem Leid.

3.
Darum lasst uns weitergehen; weichet nicht verzagt zurück!
Hinter jenen fernen Höhen wartet unser noch ein Glück.

4.
Mutig, mutig, liebe Brüder, gebt die bangen Sorgen auf;
morgen steigt die Sonn` schon wieder freundlich an dem Himmel auf.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 16, Seite 8, Buch 53

Es Burebüebli mahn-i-nid

 

 

Es Burebüebli mahn-i-nid

1.
Es Burebüebli mahn-i nid, das gseht me mir wohl a,
juhe! Fideri, fidera, fiderallalla …

2.
s`muess eine si gar hübsch und fin, darf keini Fähler ha,
juhe! Fideri, fidera, fiderallalla …

3.
Und Herebüebli git’s ja nid, wo keiner Fähler hei,
juhe! Fideri, fidera, fiderallalla …

4.
Drum bliben-i ledig bis in den Tod, so het die Lieb es
Änd, juhe!

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 15, Seite 7, Buch 53

Lueget, vo Bärgen und Tal

 


Lueget, vo Bärgen und Tal

1.
Lueget vo Bärgen und Tal flieht scho der Sunnestrahl;
lueget uf Aue und Matte wachse die dunkele Schatte,
d Sunn uf de Bärge erstoht, o wie sy d`Gletscher so rot!

2.
Lueget da obe am See, heimetzue wendet si`s Veh; loset,
wie d`Glogge, die schöne, fründlich im Moos üs ertöne,
Chüejerglüt, üseri Luscht, tuet is so wohl i der Bruscht.

3.
Still a dä Bärge wird`s Nacht, aber der Herrgott, dä wacht.
Gsehnder sälb Stärnli dört schyne, Stärnli, wie bist du so fryne,
gsehnder am Näbel dört stoht`s, Stärnli, Gott grüess di, wie gohts?

4.
Loset, es seit is: Gar guet! Het mi nit Gott i der Huet?
Fryli, der Vater vo alle, loht mi gwüss währli nit falle. Vater im
Himmel, dä wacht. Stärnli, liebs Stärnli, guet Nacht.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 14, Seite 7, Buch 53

Niene geits so schön und lustig

 


Niene geits so schön und lustig

1.
Niene geits so schön und lustig wie bi üs im Ämmetal;
dert ist allergattig Rustig, dass eim schwär wird die Uswahl.
Hol-di-ri-a-du-i-ri-a-ho …

2.
Manne het es ehrefesti. Wiber brav und hübscher Art.
Meitschi, – wend se gsehst, so hest di dri verliebt, so schön u zart.
Hol-di-ri-a-du-i-ri-a-ho …

3.
Da ist nüt vo Kumplimente, alle seit me numme „du“,
sig’s e Milchbueb mit der Brente oder trag er Ratsherrschuh.
Hol-di-ri-a-du-i-ri-a-ho …

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 13, Seite 6, Buch 53

 

Andere Version, Vers 2 anderst und noch 4-8:

1.
Niene geits so schön und lustig,wie bi üs im Aemmetal;
dert ist allergattig Rustig, dass eim schwer wird die Uswahl.
Hodiria duiai riaho, hodiria duiai riaho,hodiria dui ai riaho,
hodiria dui aiho!

2.
Da ist nüt von Kumplimente, alle seit mer nume du.
Sig’s d’r Milch-bueb mit d’r Bränte oder träg er Ratsherrschueh.
Hodiria dui aiho!

3.
D’Städter frili cheu ’s nit lide, b’sunders Herren ohni Gäld!
Doch I mein, dä sig nit g’schide, wo si für so Sache quält.
Hodiria dui aiho!

4.
Räbe wachse frili keiner, doch kei Hauptsach ist der Wi,
Milch und Chäs ist üsereiner ordinäri längste g’si.
Hodiria dui aiho!

5.
Wär si nit so dri will schicke, cha, wenn er’s grad sauft vermag,
vo de Wältsche Wi lo b’schicke oder cha is Wirtshuus gah.
Hodiria dui aiho!

6.
Rosshaarspitzli treit no ’s Müeti, Plötzlihose no d’r Alt,
d’Meitsche schö-ni Schwäfelhüetli, Chöpfli drunder grad wie g’malt.
Hodiria dui aiho!

7.
Die meu dä der Pantsch erlyde, we’s scho an es Erstha geit;
Arme hei si wyss wie Chryde, Bei, i hett bald öppis g’seit.
Hodiria dui aiho!

8.
Beäckli hei si früsch wie Rose, Auge wie der Morgestern
und jetzt werdet ihr erst lose sie hei d’Buebe grüsli gern.
Hodiria dui aiho!

 

Am Brunnen vor dem Tore

 


Am Brunnen vor dem Tore

1.
Am Brunnen vor dem Thore, da steht ein Lindenbaum.
Ich träumt’ in seinem Schatten so manchen süssen Traum.
Ich schnitt in seine Rinde so manches liebe Wort.
Es zog in Freud und Leide zu ihm mich immer fort.

2.
Ich musst’ auch heute wandern, vorbei in tiefer Nacht.
Da hab’ ich noch im Dunkel die Augen zugemacht.
Und seine Zweige rauschten, als riefen sie mir zu:
Komm her zu mir, Geselle, hier find’st du deine Ruh’!

3.
Die kalten Winde bliesen mir grad ins Angesicht.
Der Hut flog mir vom Kopfe, ich wendete mich nicht.
Nun bin ich manche Stunde entfernt von jenem Ort,
und immer hör’ ich’s rauschen: Du fändest Ruhe dort.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 12, Seite 6, Buch 53

Auf des Munots alten Turme

 

 

Auf des Munots alten Turme

1.
Auf des Munots altem Turme
schau hinaus ich in die Nacht,
über Dächer, über Giebel,
einsam halte ich die Wacht.
Leise rauscht des Rheines Welle,
leise rauscht des Kohlfirsts Wald,
doch im Herzen pocht und hämmert
meiner Liebe Allgewalt.
Refrain:
Klinge Munotglöckelein,
grüsse mir die Liebste mein,
klinge Munotglöckelein,
klinge bimbam bum.

2.
Auf des Munots weiter Zinne
sah ich sie zum letzten Mal,
wie sie scherzend, kosend tanzte
auf dem grossen Munotball.
Auf dem Turme musst ich wachen,
Gott, wie ist die Welt Betrug!
Ach man küsste mir mein Liebchen,
während ich die Stunde schlug.
Refrain:
Klinge Munotglöckelein,
grüsse mir die Liebste mein,
klinge Munotglöckelein,
klinge bimbam bum.

3.
Als ich sah das frech Gebaren
zog ich wütend an dem Strang,
und ich schlug so fest die Stunde,
dass die kleine Glocke sprang.
Seither sind des Glöckleins Klänge
so von stillem Weh erfüllt,
dass den Menschen selbst im Städtchen
Trän‘ um Trän‘ dem Aug entquillt.
Refrain:
Klinge Munotglöckelein,
grüsse mir die Liebste mein,
klinge Munotglöckelein,
klinge bimbam bum.

4.
So musst auch mein Liebchen hören
dieses Treubruchs harten Klang,
mög er allen falschen Mädchen
klingen in den Ohren bang.
Doch dir Glöcklein will ich’s sagen,
aber schweige wie das Grab,
ich gesteh, dass ich das Mädchen
seither fast noch lieber hab.
Refrain:
Klinge Munotglöckelein,
grüsse mir die Liebste mein,
klinge Munotglöckelein,
klinge bimbam bum.

 

Auch bekannt als „Das Munotglöcklein“ oder „Schaffhauser-Hymne“

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 11, Seite 6, Buch 53

Reiterlied

 


Reiterlied

1.
Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd,
ins Feld, in die Freiheit gezogen!
Im Feld, da ist der Mann noch was wert,
da wird das Herz noch gewogen.
Da tritt kein Anderer für ihn ein,
auf sich selber steht er da ganz allein.

2.
Aus der Welt die Freiheit verschwunden ist,
man sieht nur Herren und Knechte;
die Falschheit herrschet, die Hinterlist
bei dem feigen Menschengeschlechte.
Der dem Tod ins Angesicht schauen kann,
der Soldat allein ist der freie Mann!

3.
Des Lebens Ängsten, er wirft sie weg,
hat nicht mehr zu fürchten, zu sorgen;
Er reitet dem Schicksal entgegen keck,
trifft’s heute nicht, trifft es doch morgen,
und trifft es morgen, so lasset uns heut
noch schlürfen die Neige der köstlichen Zeit.

4.
Von dem Himmel fällt ihm sein lustig Loos,
braucht’s nicht mit Müh’ zu erstreben.
Der Fröhner, der sucht in der Erde Schooss,
Da meint er den Schatz zu erheben.
Er gräbt und schaufelt, so lang er lebt,
und gräbt, bis er endlich sein Grab sich gräbt.

5.
Der Reiter und sein geschwindes Ross,
Sie sind gefürchtete Gäste.
Es flimmern die Lampen im Hochzeitschloss,
ungeladen kommt er zum Feste,
er wirbt nicht lange, er zeiget nicht Gold,
im Sturm erringt er den Minnesold.

6.
Warum weint die Dirn’ und zergrämt sich schier?
Lass fahren dahin, lass fahren!
Er hat auf Erden kein bleibend Quartier,
kann treue Lieb nicht bewahren.
Das rasche Schicksal, es treibt ihn fort,
seine Ruhe lässt er an keinem Ort.

7.
Drum frisch, Kameraden, den Rappen gezäumt,
die Brust im Gefechte gelüftet!
Die Jugend brauset, das Leben schäumt,
frisch auf, eh der Geist noch verdüftet!
Und setzet ihr nicht das Leben ein,
nie wird euch das Leben gewonnen sein.

 

Friedrich von Schiller 1797 (1759–1805)

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 10, Seite 5, nur die Strophen 1 -2 & 7, Buch 53

Was ziehet so munter das Tal entlang

 


Was ziehet so munter das Tal entlang

1.
Was ziehet so munter das Tal entlang? Eine Schar im
weissen Gewand; wie mutig brauset der volle Gesang, die Töne
sind mir bekannt. Sie singen von Freiheit und Vaterland,
ich kenne die Scharen in weissem Gewand. Refr.: Hurra, hurra,
hurra, hurra! Du fröhliche Turnerschar!

2.
Die Turner ziehen ins grüne Feld hinaus zur männlichen
Lust, dass Übung kräftig die Glieder stählt, mit Mut sich füllet
die Brust. Drum schreiten die Turner das Tal entlang, drum
tönet ihr mutiger, froher Gesang: Refr.: Hurra, hurra,
hurra, hurra! Du fröhliche Turnerschar!

3.
Es ist kein Graben zu tief, zu breit, hinüber mit flüchtigem
Fuss! Und trennet die Ufer der Strom so weit, hinein in den
tosenden Fluss! Er teilt mit den Armen der Fluten Gewalt,
und aus den Wogen der Ruf noch erschallt: Refr.: Hurra,
hurra, hurra, hurra! Du fröhliche Turnerschar!

4.
So wirbt der Turner um Kraft und Mut mit Frührots
freundlichem Strahl, bis spät sich senket der Sonne Glut und
Nacht sich bettet im Tal. Und klinget der Abendglocken Klang,
dann ziehn wir nach Hause mit fröhlichem Sang: Refr.: Hurra,
hurra, hurra, hurra! Du fröhliche Turnerschar!

 

Strophe 2 wurde in neuerer Zeit weggelassen, warum auch immer 😉

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 9, Seite 5, Buch 53

Heisst ein Haus zum Schweizerdegen

Heisst ein Haus zum Schweizerdegen

1.
Heisst ein Haus zum Schweizerdegen, lustig muss die Herberg
sein; denn die Trommel spricht den Segen, und der Wirt
schenkt Roten ein. Kommen die Gäste, Frau Wirtin, sie lacht,
sie hat schon manchen zur Ruhe gebracht!

2.
Ist kein Volk fast allerwegen, das nicht schon eingekehrt,
und der Wirt zum Schweizerdegen hat den Eintritt nie verwehrt.
Hat dann die blutige Zeche gemacht, dass die Frau Wirtin vor
Freuden gelacht!

3.
Zweiundzwanzig Schilde blitzen von dem Giebel weit zu
Tal; Zeug- und Bannerherren sitzen harrend in dem hohen Saal,
lauschen, bis jauchzend die Mutter sie ruft,und von den Schilden
erklinget die Luft!

4.
All`, die Wehr und Waffen pflegen, stehen auf von Tal zu
Tal; hört, es klingt der Schweizerdegen, hört, es singt der alte
Stahl! Tut ihm genug und erprobt ihn vereint, besser, das
Mütterlein lacht, als es weint!

5.
Wo in Ländern, frei gelegen, und in altgetürmter Stadt
Schweizerherz und Schweizerdegen die gemeine Herrschaft hat:
Da ist die Mutter, so hold und so fein! Lacht sie, so wird’s
Frau Helvetia sein!

 

Gottfried Keller (1819 – 1890)
Tischlied am Jahresfest der Schweizerischen Militärgesellschaft 1857

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 8, Seite 4, Buch 53

Wo Berge sich erheben

Wo Berge sich erheben

1.
Wo Berge sich erheben zum hohen Himmelszelt, da ist ein
freies Leben, da ist die Alpenwelt. Es grauet uns kein Morgen,
es dämmert keine Nacht; dem Auge unverborgen, das Licht
des Himmels lacht. Refr.: Trallala …

2.
Da droben thront der Friede, ob die Lawine kracht; der
Fels hat als Ägide die Hütte überdacht. Schallt Kriegsgeschrei
vom Tale, der Älpler drob erwacht; er steigt vom hohen Walle
und stürzt sich in die Schlacht. Refr.: Trallala …

3.
O freies Alpenleben, o schöne Gotteswelt, ein Aar in Lüften
schweben, so nah dem Sternenzelt! Dem Älpler nehmt die Berge,
wohin mag er noch ziehn? Paläste sind ihm Särge, drin muss
er schnell verblühn. Refr.: Trallala …

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 7, Seite 4, Buch 53

Wir sind die jungen Schweizer

Wir sind die jungen Schweizer

1.
Wir sind die jungen Schweizer, gar jung ist unser Blut,
doch strömt`s aus alten Quellen der Winkelriede, Tellen, und
macht uns hochgemut. Ref.: Haarus, haarus in eine neue Zeit!
Und sei`s zu Frieden oder Streit; mein Blut ist jung, stark
meine Hand und dein mein Herz, o Vaterland!

2.
Wir wollen uns nicht fürchten, vor Herren und vor Knecht.
Mit Gott gradaus und ehrlich, und ist der Weg beschwerlich,
das ist uns eben recht. Refr.: Haarus, haarus in eine neue Zeit!
Und sei`s zu Frieden oder Streit; mein Blut ist jung, stark
meine Hand und dein mein Herz, o Vaterland!

3.
Wir sind die jungen Schweizer, lasst hoch die Fahne wehn!
Lasst uns den Weg der Ahnen zur Freiheit weiter bahnen und
niemals stille stehn! Haarus, haarus in eine neue Zeit!
Und sei`s zu Frieden oder Streit; mein Blut ist jung, stark
meine Hand und dein mein Herz, o Vaterland!

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 6, Seite 3, Buch 53

Ein gar eigen Frühlingslied

Ein gar eigen Frühlingslied 

1.
Ein gar so eigen Frühlingslied begann der Fink im Wald,
die wundersame Melodie sang jedes Vöglein bald. Ref.: Die
Herzen auf, die Rosen blühn, so klingt es weit und breit, was
ist wie du so wonnesam, o schöne Maienzeit.

2.
Voll Sehnen sang`s die Nachtigall, auf Flügel nahm`s der
Wind und trug es über Berg und Tal in alle Welt geschwind!
Refr.: Die Herzen auf, die Rosen blühn, so klingt es weit
und breit, was ist wie du so wonnesam, o schöne Maienzeit.

3.
Es rauscht der Bach im Erlengrund des süssvertrauten Klang,
und wo die Liebe träumend geht, lauscht freudig sie dem
Sang: Refr.: Die Herzen auf, die Rosen blühn, so klingt es weit
und breit, was ist wie du so wonnesam, o schöne Maienzeit.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 5, Seite 3, Buch 53

Mein Schweizerland, wach auf

Mein Schweizerland, wach auf

1.
Noch ruhn in weichen Morgenglanz die Täler weit und klaren
Seen; ein Silbernebel deckt den Kranz der holdgeschmückten
Bergeshöhn. Refr.: Wach auf, wach auf, wach auf! Wach
auf, mein liebes Heimatland, mein Schweizerland, wach auf!

2.
In Purpurgluten wallt empor durch Frührotschein der Sonne
Pracht, und leise schallt der Vöglein Chor, und Sonntagsfrieden
wonnig lacht. Refr.: Wach auf, wach auf, wach auf! Wach
auf, mein liebes Heimatland, mein Schweizerland, wach auf!

3.
Doch wenn des Krieges Fackel glüht, der Freiheit Aar, von
Gott gesandt, weit hin durch Wald und Auen zieht, dann klinge
laut der Ruf durchs Land: Refr.: Wach auf, wach auf, wach auf!
Wach auf, mein liebes Heimatland, mein Schweizerland, wach auf!

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 4, Seite 3, Buch 53

Alles Leben strömt aus dir

 

 

Alles Leben strömt aus dir

1.
Alles Leben strömt aus dir und durchwallt in tausend Bächen,
alle Welten, alle sprechen: Deiner Hände Werk sind wir.

2.
Dass ich fühle dass ich bin, dass ich dich du Grosser, kenne,
dass ich froh dich Vater nenne, o ich sinke vor hir hin.

3.
Welch ein Trost und unbegrenzt und unnennbar ist die Wonne,
dass gleich deiner milden Sonne mich dein Vateraug‘ umglänzt.

4.
Deiner Gegenwart Gefühl sei mein Engel, der mich leite,
dass mein schwacher Fuss nicht gleite, nicht sich irre von dem Ziel.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 3, Seite 2, ohne Strophe 3, Buch 53

Grosser Gott, wir loben dich

 


Grosser Gott, wir loben dich

1.
Grosser Gott, wir loben dich, Herr, wir preisen deine Stärke.
Vor dir beugt der Erdkreis sich, und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit.

2.
Alles, was dich preisen kann, Cherubim und Seraphinen,
stimmen dir ein Loblied an; alle Engel, die dir dienen,
rufen dir in sel’ger Ruh: Heilig, heilig, heilig zu.

3.
Heilig, Herr Gott Zebaoth, heilig, Herr der Weltenheere!
Starker Helfer in der Not! Himmel, Erde, Luft und Meere
sind erfüllt von deinem Ruhm, alles ist dein Eigentum.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 2, Seite 2, Buch 53

Rufst du mein Vaterland

 


Rufst du mein Vaterland

1.
Rufst du mein Vaterland,
Sieh uns mit Herz und Hand,
All dir geweiht
Heil dir, Helvetia!
Hast noch der Söhne ja,
Wie sie Sankt Jakob sah,
Freudvoll zum Streit!

2.
Da, wo der Alpenkreis
Nicht dich zu schützen weiß,
Wall dir von Gott,
Stehn wir den Felsen gleich,
Nie vor Gefahren bleich,
Froh noch im Todesstreich,
Schmerz uns ein Spott.

3.
Nährst uns so mild und treu,
Hegst uns so stark und frei,
Du Hochlandbrust!
Sei denn im Feld der Not,
Wenn Dir Verderben droht,
Blut uns ein Morgenrot,
Tagwerk der Lust.

4.
Sanft wie der Alpensee,
Sturmlos am Gletscherschnee
Webt unser Mut.
Graus tobt der See, geschreckt,
Wenn ihn Gewitter deckt,
So wir zum Kampf erweckt,
Wut wider Wut.

5.
Und wie Lawinenlast
Vorstürzt mit Blitzeshast –
Grab allumher –
Werf in den Alpenpfad,
Wenn der Zerstörer naht,
Rings sich Kartätschensaat
Todtragend schwer.

6.
Vaterland, ewig frei,
Sei unser Feldgeschrei,
Sieg oder Tod!
Frei lebt, wer sterben kann,
Frei, wer die Heldenbahn
Steigt als ein Tell hinan.
Mit uns ist Gott!

7.
Doch, wo der Friede lacht
Nach der empörten Schlacht
Drangvollem Spiel,
O da viel schöner, traun,
Fern von der Waffen Grau’n,
Heimat, dein Glück zu bau’n
Winkt uns das Ziel!

 

Text: Johann Rudolf Wyss 1811

War Schweizer Nationalhymne von ca. 1850-1961

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