Die graue Reiterei

 

Die graue Reiterei

1.
Der Wind weht über die Felder, ins regennasse Zelt. Der
Hauptmann stürmt gen Geldern, seine Reiter ziehn ins Feld.
Refr.: Taritara, taritara, wir sind die graue Reiterei.

2.
Es ziehn in langen Reihen, das erste Regiment, zu zweien
und zu dreien, der Hauptmann reit’ am End.
Refr.: Taritara, taritara, wir sind die graue Reiterei.

3.
Und drüben im fernen Flandern, da mäht der Schnitter
Tod; viel Kreuz’ am Wegesrande, erglühn im Abendrot.
Refr.: Taritara, taritara, wir sind die graue Reiterei.

4.
Drauf schlagen Nachtigallen wie Flöten und Schalmein,
gesungen hat’s vor allem, die graue Reiterei.
Refr.: Taritara, taritara, wir sind die graue Reiterei.

 

Auch bekannt unter  „Der Wind weht über Felder“ (des Kaisers Reiterei) mit Kaiser statt Hauptmann

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 44, Seite 20, Buch 53

Reiterlied

 


Reiterlied

1.
Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd, aufs Pferd,
ins Feld, in die Freiheit gezogen!
Im Feld, da ist der Mann noch was wert,
da wird das Herz noch gewogen.
Da tritt kein Anderer für ihn ein,
auf sich selber steht er da ganz allein.

2.
Aus der Welt die Freiheit verschwunden ist,
man sieht nur Herren und Knechte;
die Falschheit herrschet, die Hinterlist
bei dem feigen Menschengeschlechte.
Der dem Tod ins Angesicht schauen kann,
der Soldat allein ist der freie Mann!

3.
Des Lebens Ängsten, er wirft sie weg,
hat nicht mehr zu fürchten, zu sorgen;
Er reitet dem Schicksal entgegen keck,
trifft’s heute nicht, trifft es doch morgen,
und trifft es morgen, so lasset uns heut
noch schlürfen die Neige der köstlichen Zeit.

4.
Von dem Himmel fällt ihm sein lustig Loos,
braucht’s nicht mit Müh’ zu erstreben.
Der Fröhner, der sucht in der Erde Schooss,
Da meint er den Schatz zu erheben.
Er gräbt und schaufelt, so lang er lebt,
und gräbt, bis er endlich sein Grab sich gräbt.

5.
Der Reiter und sein geschwindes Ross,
Sie sind gefürchtete Gäste.
Es flimmern die Lampen im Hochzeitschloss,
ungeladen kommt er zum Feste,
er wirbt nicht lange, er zeiget nicht Gold,
im Sturm erringt er den Minnesold.

6.
Warum weint die Dirn’ und zergrämt sich schier?
Lass fahren dahin, lass fahren!
Er hat auf Erden kein bleibend Quartier,
kann treue Lieb nicht bewahren.
Das rasche Schicksal, es treibt ihn fort,
seine Ruhe lässt er an keinem Ort.

7.
Drum frisch, Kameraden, den Rappen gezäumt,
die Brust im Gefechte gelüftet!
Die Jugend brauset, das Leben schäumt,
frisch auf, eh der Geist noch verdüftet!
Und setzet ihr nicht das Leben ein,
nie wird euch das Leben gewonnen sein.

 

Friedrich von Schiller 1797 (1759–1805)

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 10, Seite 5, nur die Strophen 1 -2 & 7, Buch 53

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