Kein schöner Land in dieser Zeit

 

Kein schöner Land in dieser Zeit

1.
Kein schöner Land in dieser Zeit,
als hier das unsre weit und breit,
wo wir uns finden
wohl unter Linden
zur Abendzeit, Abendzeit.

2.
Da haben wir so manche Stund’
gesessen wohl in froher Rund’
und taten singen;
die Lieder klingen
im Eichengrund.

3.
Dass wir uns hier in diesem Tal
noch treffen so viel hundertmal,
Gott mag es schenken,
Gott mag es lenken,
er hat die Gnad’.

4.
Nun, Brüder, eine gute Nacht,
der Herr im hohen Himmel wacht!
In seiner Güten
uns zu behüten
ist er bedacht.

5.
Ihr Brüder wisst, was uns vereint,
eine andre Sonne hell uns scheint;
in ihr wir leben,
zu ihr wir streben
als die Gemeind’.

 

Marsch in der Nacht

 

 

Marsch in der Nacht

1.
Die Nacht ist ohne Ende, der Himmel ohne Stern, die
Strasse ohne Wende und was wir lieben fern. Ah, ah, ah

2.
Gebeugte Rücken tragen die harte, schwere Last, und müde
Schritte fragen, wann endlich kommt die Rast. Ah, ah, ah

3.
Wann scheint die Sonne wieder, wann wird es hell und
licht, wann fällt der Kummer nieder, wann drückt die
Not uns nicht? Ah, ah, ah

4.
Geduld, es wird sich wenden, verlasst euch fest darauf, in
Gottes weisen Händen liegt aller Weltenlauf. Ah, ah, ah

 

Auch bekannt unter „Die Nacht ist ohne Ende“

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 59, Seite 26, Buch 53

Das Leben ist ein Würfelspiel

 

Das Leben ist ein Würfelspiel

1.
Das Leben ist auch ein Würfelspiel,
wir würfeln alle Tage.
Dem einen bringt das Schicksal viel,
dem and’ren Müh’ und Plage.

Refr.:
Drum frisch auf, Kameraden,
den Becher zur Hand!
Zwei Sechser auf den Tisch!
Der eine ist fürs Vaterland,
der andere ist für mich.

2.
Wir würfeln, dass die Platte kracht,
nach alter Landsknecht Sitte.
Schon mancher, der das Spiel verlacht,
verschwand aus unsrer Mitte.

Refr.:
Drum frisch auf, Kameraden,
den Becher zur Hand!
Zwei Sechser auf den Tisch!
Der eine ist fürs Vaterland,
der andere ist für mich.

3.
Noch würfeln wir um unser Glück
und um ein gut Gelingen.
Vielleicht auch bald um das Genick,
wenn die Granaten singen.

Refr.:
Drum frisch auf, Kameraden,
den Becher zur Hand!
Zwei Sechser auf den Tisch!
Der eine ist fürs Vaterland,
der andere ist für mich.

4.
Doch Furcht, die ist uns unbekannt,
wie auch die Würfel liegen.
Wir kämpfen für das Vaterland
und glauben, dass wir siegen.

Refr.:
Drum frisch auf, Kameraden,
den Becher zur Hand!
Zwei Sechser auf den Tisch!
Der eine ist fürs Vaterland,
der andere ist für mich.

5.
Und auch im Himmel wollen wir
den Würfelbecher schwingen.
Und noch im himmlischen Revier
Soldatenlieder singen !

Refr.:
Drum frisch auf, Kameraden,
den Becher zur Hand!
Zwei Sechser auf den Tisch!
Der eine ist fürs Vaterland,
der andere ist für mich.

 

1935

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 58, Strophen 1-2 & 5, Seite 26, Buch 53

Flandern in Not

 

Flandern in Not

1.
Der Tod reit’t auf einem kohlschwarzen Rappen, er trägt
ein undurchsichtige Kappen. Wenn Landsknecht in das Feld
marschieren, lässt er sein Ross daneben galoppieren.
Refr.: Flandern in Not! In Flandern reitet der Tod.

2.
Der Tod reit’t auf einem lichten Schimmel, schön wie ein
Cherubim vom Himmel. Wenn Mägdlein ihren Reigen
schreiten, tut er mit ihnen im Tanze gleiten.
Refr.: Flandern in Not! In Flandern reitet der Tod.

3.
Der Tod kann auch die Trommel rühren, du kannst den
Wirbel im Herzen spüren. Er trommelt lang, er trommelt
laut, er trommelt auf einer Totenhaut
Refr.: Flandern in Not! In Flandern reitet der Tod.

4.
Als er den ersten Wirbel geschlagen, da hat’s das Blut vom
Herzen getragen. Als er den zweiten Wirbel schlug, den Lands-
knecht man zum Grabe trug.
Refr.: Flandern in Not! In Flandern reitet der Tod.

5.
Der dritte Wirbel ist solang gegangen, bis der Landsknecht
von Gott seinen Segen empfangen. Der vierte Wirbel ist leis
und lind, als wiegt eine Mutter in Schlaf ihr Kind.
Refr.: Flandern in Not! In Flandern reitet der Tod.

6.
Der Tod kann Rappen und Schimmel reiten, der Tod kann
lächelnd im Tanze schreiten, er trommelt laut, er trommelt fein:
Gestorben, gestorben, gestorben muss sein!
Refr.: Flandern in Not! In Flandern reitet der Tod.

 

Auch als „Der Tod reitet auf einem kohlschwarzen Rappen“ bekannt

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 41, Seite 19, Buch 53

E herzigs Meiteli

E herzigs Meiteli

1.
Wenn i der Nacht am Himmel d’Stärnli stönd, und ’s dänn
emol es Schnüppli falle lönd, denn söll me sich en schöne Wunsch
erdenke: es chunnt e Zyt, de Herrgott tuet’s eim schenke. Drum
wünsch ich mir i jeder Stärnenacht, wo so-n-es Schnüppli sini
Erdreis macht: Refr.: E herzigs Maiteli mit frohem Muet, mit
mene süesse Müli, wo gern chüsse tuet, eis, wo de Herrgott für
mich het gmacht, so schön und rein, grad wie-n-e Stärnenacht.

2.
Und schint’s dir au, es well si nüd bewähre, dass ’s Glück
bi dir au eimal sött ichehre, pass nu guet uf, zmal isch es hübschli
da, und pack’s denn grad, susch häsch’es ewig gha, und heb-em
Sorg, dass es dir nüd zerbricht, susch isch’s denn us mit där er-
träumte Gschicht: Refr.: E herzigs Maiteli mit frohem Muet, mit
mene süesse Müli, wo gern chüsse tuet, eis, wo de Herrgott für
mich het gmacht, so schön und rein, grad wie-n-e Stärnenacht.

3.
Die Zyt verruscht, mängs Stärnli isch verschwunde, doch
’s herzig Maiteli, das hani endli gfunde, voll Glück schint ’s Läbe
und voll Sunneschy, doch schtellt sich heimli wieder ’s Wünsche
i, und jetzed lueged beidi i der Nacht, ob nüd es Stärnli d’Reve-
renz eus macht: Refr.: E herzigs Maiteli mit frohem Muet, mit
mene süesse Müli, wo gern chüsse tuet, eis, wo de Herrgott für
mich het gmacht, so schön und rein, grad wie-n-e Stärnenacht.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 33, Seite 15, Buch 53

Hängt der Himmel voller Wolken

Hängt der Himmel voller Wolken

1.
Hängt der Himmel voller Wolken, und der Regen fällt
schon Tag und Nacht, immerzu wir vorwärts rollen, und der
Wagen, ja der ächzt und kracht. Dorf um Dorf wir flott passieren,
denn der Schneid ist unser grösster Stolz, ja wir MW-Kanoniere
(stolzen Mitrailleure), wir sind vom allerbesten Holz. Ref.:
Und wenn`s dann bummst und kracht , so weiss man`s weit und
breit, das ist die …. te Kp. der Luziensteig.

2.
Heute geht`s in die Verlegung, auf die gottverlassene Oberalp,
über hundert Meilen tippeln, aber so was, ja das lässt uns
kalt. Klappt auch einer mal zusammen, reisst der Kamerad ihn
wieder mit, und wenn wir durch`s Dorf marschieren, erkennt man
uns am flotten Schritt. Refr.: Und wenn`s dann pfeift und
heult, so weisss man`s weit und breit, es schiesst die …te Kp.
der Luziensteig.

3.
Kommt dann endlich die Entlassung, die wir Tag für Tag
so heiss ersehen, und du blätterst im Kalender: Ja 117 Tag du
zählst. Kommst du endlich dann nach Hause, heim zu deinem
allerliebsten Kind, fliegt sie dir gleich in die Arme und gibt `nen
Kuss dir ganz geschwind. Ref.: Und wenn wir bummeln gehn,
so sagt man voller Neid: Sie hat `nen MW-Kanonier der Luzien-
steig.

4.
Und wenn einst in hundert Jahren, wenn wir alle ruhn im
stillen Grab, wieder tönen die Fanfaren und wir spürn der
schnellen Rosse Trab. Wenn du hörst die Minen krachen, steigst
du aus der kühlen Erde Grund, und wie einst vor hundert Jahren,
unser Lied ertönt aus aller Mund. Refr.: Und wenn`s dann
bummst und kracht , so weiss man`s weit und breit: Da kommt
die …. te Kp. der Luziensteig.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 23, Seite 11, Buch 53

Hans Spielmann stimme deine Fiedel

 


Hans Spielmann stimme deine Fiedel

1.
Hans Spielmann stimme deine Fiedel, es geht im Schritt
und Tritt. Zum Abschied noch ein muntres Liedel, wer Lust hat,
singe mit.
Refr.: Wir ziehen in die Weite, ja weite, wunderschöne
Welt hinaus. Frischauf zum frohen Wandern, wer Lust hat,
bleibt zu Haus.

2.
Ist heut der Himmel blau und heiter und morgen grau und
trüb, wir ziehen unsere Strasse weiter und singen noch ein Lied.
Refr.: Was soll denn weiter werden, als zu n`em Bauern in ein
warmes Nest? Das macht uns kein Beschwerden, s`ist besser als
Arrest.

3.
Und kommen auch mal schwere Zeiten, der Hunger plagt
uns sehr, der Wirt will uns kein Mahl bereiten, dieweil der
Beutel leer.
Refr.: Das macht uns keine Sorgen, sagt an, ihr Herrn,
was kostet eure Welt? Mit Fiedel und mit Bogen ist auch ein
Fest bestellt.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 19, Seite 9, Buch 53

Lueget, vo Bärgen und Tal

 


Lueget, vo Bärgen und Tal

1.
Lueget vo Bärgen und Tal flieht scho der Sunnestrahl;
lueget uf Aue und Matte wachse die dunkele Schatte,
d Sunn uf de Bärge erstoht, o wie sy d`Gletscher so rot!

2.
Lueget da obe am See, heimetzue wendet si`s Veh; loset,
wie d`Glogge, die schöne, fründlich im Moos üs ertöne,
Chüejerglüt, üseri Luscht, tuet is so wohl i der Bruscht.

3.
Still a dä Bärge wird`s Nacht, aber der Herrgott, dä wacht.
Gsehnder sälb Stärnli dört schyne, Stärnli, wie bist du so fryne,
gsehnder am Näbel dört stoht`s, Stärnli, Gott grüess di, wie gohts?

4.
Loset, es seit is: Gar guet! Het mi nit Gott i der Huet?
Fryli, der Vater vo alle, loht mi gwüss währli nit falle. Vater im
Himmel, dä wacht. Stärnli, liebs Stärnli, guet Nacht.

 

Heimatarchiv:
Wir singen….. mit Gfr. Schreiber, 08.1964, Lied 14, Seite 7, Buch 53

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